Berndhard Bäumer sitzt vor seiner Fräse
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Bernhard Bäumer – hier an seiner Fräse – weiß: Auf Präzision und die vorherige genaue Berechnung am Computer kommt es bei den detailgetreuen Nachbauten an.

Faszinierendes Hobby

„Flammenfresser“ gegen Corona-Frust: Bernhard Bäumer aus Oer-Erkenschwick baut Dampfmaschinen nach

  • Jörg Müller
    vonJörg Müller
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Die einen gehen Spazieren, andere setzen gegen die Corona-Langeweile auf Technik. So macht es Bernhard Bäumer aus Oer-Erkenschwick in seinem Hobby-Keller.

Bernhard Bäumer aus Oer-Erkenschwick spürt von den aktuellen Corona-Beschränkungen nicht ganz so viel. „Sechs bis acht Stunden am Tag verbringe an der Drehbank oder Fräse in meinem Keller oder arbeite an Kontruktionsplänen“, erzählt der 68-Jährige. Stolz präsentiert er im Wohnzimmer seines Hauses an der Klein-Erkenschwicker-Straße Trecker-Modelle der Marke Lanz-Bulldog. Im echten Leben gibt es diese Traktoren schon lange nicht mehr. Im Hause Bäume laufen sie aber noch und machen dabei Geräusche wie ihre großen Brüder.

Große Fans von Opa Bernhard sind die Enkel aus Oer-Erkenschwick

Ehefrau Elke kann dem Hobby ihres Gatten durchaus etwas abgewinnen. „Ich finde das gut. Denn so weiß ich immer, wo mein Mann sich gerade aufhält“, lächelt Frau Bäumer bei einem Ortstermin. Größte Fans von Opa Bernhard sind aber die Enkel Linus (7) und Silas (3) aus Oer-Erkenschwick. Die hätten am liebsten von ihrem Großvater eine Dampfmaschine als Kettcar-Antrieb. „Die gibt es aber nicht. Dafür baue ich auf Wunsch der Jungs aber gerade an einer Maschine im Mini-Format, in deren Gaszylindern die Kolben sichtbar ihre Arbeit leisten. „So können die Kinder die technischen Zusammenhänge besser verstehen.“

„Frickelmeister“ aus Oer-Erkenschwick stellt alle Teile selbst her

Die technischen Zusammenhänge, damit hat Bernhard Bäumer während seiner Zeit bei Airbus stets die Ingenieure „genervt“. „Ich wollte stets wissen, wie alles funktioniert. Später habe ich mir dann die Frage gestellt, wie Techniker ihre Maschinen vor 100 Jahren gebaut haben und ob man die in einem kleinen Maßstab funktionsfähig nachbauen kann“, erzählt Bäumer. Nach vielen Gesprächen auch mit Handwerksmeistern hat er sich dann für mehrere Tausend Euro eine Fräse und eine Drehbank zugelegt. Bekannte verliehen ihm den Titel „Frickelmeister“, weil der Mann aus Oer-Erkenschwick selbst die kleinsten technischen Teile selbst herstellt.

Auch „Flammenfresser“ werden in Oer-Erkenschwick gebaut

Und die Arbeitsergebnisse von Bernhard Bäumer lassen sich sprichwörtlich sehen. Selbst gebaute Sterling- oder Vakuum-Motoren, sogenannte Flammenfresser, zieren ebenso das Haus des Ehepaars Bäumer in Oer-Erkenschwick wie originalgetreu nachgebaute Dampfmaschinen des englischen Unternehmens Stuart oder eine ventilgesteuerte Eigenkonstruktion. „Die leistet bei drei Bar Luftdruck bestimmt eine halbe Pferdestärke“, ist sich Bernhard Bäumer sicher. Zwei Jahre hat er daran „gefrickelt“. Und das nächste Projekt steht auch schon fest: Eine Dampflokomotive „Rocket“ aus dem Jahr 1829. Bis sie fertig ist, vergehen wohl wieder ein paar Jahre. Und nicht nur die Enkel können das kaum erwarten...

Wie Peter Nitsche aus Oer-Erkenschwick gegen den Corona-Frust ankämpft, das lesen Sie hier.

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