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Gastronomen wie Milo Starcevic müssen in diesen Tagen oft Stornierungen vornehmen.

Krise in der Gastronomie

Die Folgen des Coronavirus - Gastwirte in Oer-Erkenschwick schlagen Alarm

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Das Coronavirus trifft auch die Gastwirte in Oer-Erkenschwick mit voller Wuchte. Hohe Einbußen beim Umsatz sind die Folge.

  • Die Gastromen leiden unter den Folgen des Coronavirus.
  • Restaurant schließen ab Donnerstag.
  • Und das in einer Zeit, wo es zahlreiche Buchungen gab.

Wenn in diesen Tagen bei Milo Starcevic das Telefon läutet, dann können es eigentlich keine guten Nachrichten sein. „Kein Problem, ich streiche den Termin. Auf dass wir uns gesund wiedersehen“, antwortet der Gastronom dann. Stets freundlich. Wie es um das Innenleben des Mannes bestellt ist, man kann es indes nur erahnen.

Nein, Milivoje Starcevic, den ganz Oer-Erkenschwick und seine Kundschaft über die Stadtgrenzen hinaus nur als „Milo“ kennt, ist kein Typ, den die Corona-Krise zumindest äußerlich aus der Bahn zu werfen scheint. Es ist kurz nach zwölf Uhr mittags in seinem „Restaurant Rapen“ – für jeden seiner gut ein Dutzend Gäste hat der Mann wie immer ein freundliches Wort parat. Ab Donnerstag geht auch mittags nichts mehr. Restaurants und Speisegaststätten müssen schließen.

Oer-Erkenschwick: 90 Prozent Besucherrückgang

Das Coronavirus hat die Gesellschaft fest im Griff – Gastronomen erst recht. Und ganz arg. Knapp 18 Jahre ist es her, da übernahm „Milo“ das „Restaurant Rapen“. Es ist einer der Ortsteil-Treffpunkte. Auch, und das macht die aktuelle Situation so fatal, zur Mittagszeit. In unmittelbarer Nähe wurden vor wenigen Jahren Seniorenwohnungen gebaut. Die Menschen kommen gern mittags – nicht nur für drei Essensgänge. Sondern um zu plaudern und zu hören, was es Neues in ihrer Bauerschaft gibt. Nichts davon ist in diesen Tagen noch zu spüren. „Es ging schon in der vergangenen Woche los. Und jetzt trift es uns natürlich richtig böse“, sagt der Rapener Gastronom. Bis zu 90 Prozent Besucherrückgang hat „Milo“ jüngst in den Mittagsstunden bilanziert.

Oer-Erkenschwick: "Die Lage wird immer bitterer"

Dass das Virus jetzt auch noch dafür sorgt, dass Restaurants abends schließen, ist das Negativ-Häubchen der bösen Virus-Geschichte. „Wir können ja nichts mehr ausrichten, aber die Lage wird für unseren Berufsstand immer bitterer.“ Als Starcevic das sagt, wird seine oft so frohe Miene immer ernster. Er muss und will Verantwortung übernehmen für seine insgesamt 25 Mitarbeiter (inklusive Aushilfen). Und er hofft, dass der Spuk so schnell wie möglich aufhört. Dass eine solche Epidemie stets zur Unzeit kommt, ist logisch. Doch der Frühlingsanfang ist für Restaurant-Betreiber besonders fatal. Am kommenden Samstag sollten Firmungen gefeiert werden. Im April und Mai hätten Konfirmationen und Kommunionen stattfinden sollen. „Milo“ holt sein Buch heraus, viele Einträge sind längst durchgestrichen – da klingelt schon wieder das Telefon. Die nächste Absage.

Halten wir es mit Milo: Auf dass wir uns alle schnell gesund wiedersehen…

Coronavirus: Hier gibt es alles zur aktuellenEntwicklung in Oer-Erkenschwick.

Als Corona noch kein Thema war, gab es ein ausgelassenes Gastronomie-Festival "OE schlemmt".

Zurzeit geht nichts in der Stadt. Langfristig soll sich das Cityleben aber aktiver denn je gestalten.

Still ruht Oer-Erkenschwick

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