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Zahlreiche Polizisten, städtische Beamte und Feuerwehrleute waren in der Nacht zu Freitag an der Eichendorffstraße im Einsatz.

Aktuelle Einsatzbilanz

Nächtliche Großrazzia an der Eichendorffstraße -  Ergebnisse liegen jetzt vor

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Zeitweise ging nichts mehr an der Eichendorffstraße in Oer-Erkenschwick. Die Polizei riegelte alles ab - wegen einer Razzia. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Update 19. Juli, 14.10 Uhr

Das Wichtigste vorweg: Die Durchsuchungsmaßnahme an und in den Mehrfamilienhäusern an der Eichendorffstraße verlief gewaltfrei. Es kam zu keinen Widerstandshandlungen durch die Mieter. Die in großer Zahl vorsorglich bereit stehenden Spezial-Einsatzkräfte brauchten nicht aktiv zu werden. Von der Polizei und dem Ordnungsamt wurden alle Personalien der meisten der 142 in den beiden Mehrfamilienhäusern gemeldeten Personen überprüft. "Dabei gab es keine Auffälligkeiten. Auch nicht hinsichtlich der Fahrzeugzulassungen", erklärt die Leiterin des Ordnungsamtes in Oer-Erkenschwick, Barbara Sosna. Aber: Das Umweltamt des Kreises wird sich mit den zahlreichen Ölflecken hinter den Gebäuden beschäftigen und weitere Maßnahme einleiten. " die kündigt auch der Chef der städtischen Bauordnung, Michael Grzeskowiak an: "Die Garagen werden nicht bestimmungsgemäß genutzt. Das muss sich dringend ändern, sonst ziehen wir in Erwägung, auch die Wohnnutzung in den Gebäuden zu unterbinden. Rechtlich ist das möglich."

Update 19. Juli, 7.14 Uhr

Mittlerweile liegen die ersten Ergebnisse der Razzia an der Eichendorffstraße vor. Laut Polizei in Recklinghausen wurden bei den Durchsuchugen in den beiden Mehrfamilienhäusern mehrere bau- und brandschutzrechtliche Verstöße festgestellt. Zudem sind mehrere Bußgelder vollstreckt worden. Außerdem wurde laut Polizei ein Haftbefehl vollstreckt. Das bedeutet in dem Einzelfall, dass der Mann eine noch offene Geldstrafe bezahlt hat und somit nicht ins Gefängnis musste. Insgesamt, so die Polizei, seien die Personenüberprüfungen und Fahrzeugkontrollen ohne Zwischenfälle und Widerstandshandlungen abgelaufen.

Unser Erstbericht von kurz vor Mitternacht

Oer-Erkenschwick - Ab etwa 23 Uhr waren Behördenvertreter an der Eichendorffstraße in Oer-Erkenschwick im Großeinsatz. Die Polizei hatte mit einem Großaufgebot an Beamten in Uniform und in Zivil den Bereich um die Mehrfamilienhäuser 43/45 abgeriegelt und kontrollierte die vorwiegend aus Osteuropa stammenden Bewohner der beiden genannten Gebäude. An der groß angelegten Kontrollaktion beteiligt waren auch Mitarbeiter des Ordnungs- und des Jugendamtes, des Kommunalen Ordnungsdienstes sowie der Bauordnungsbehörde der Stadt Oer-Erkenschwick sowie der Feuerwehr. Auch Bürgermeister Carsten Wewers machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Zahlreiche Nachbarn beobachteten die Großaktion der Behörden.

Anwohner haben sich zuvor vehement beklagt

Einzelheiten zu dem Einsatz waren während der Durchsuchungs- und Überprüfungsmaßnahme nicht zu erfahren. Aber die gemeinsame Großrazzia von Polizei und städtischen Behörden steht in einem Zusammenhang mit den sich seit Monaten intensivierenden Anwohnerbeschwerden über die Zustände rund um die beiden Mehrfamilienhäuser in Oer-Erkenschwick. Wie bereits mehrfach berichtet, beschweren sich die Nachbarn über beinahe tägliche Lärmbelästigungen teils bis spät in die Nacht. Außerdem werde immer wieder säckeweise Müll nicht ordnungsgemäß gelagert. Das wiederum hätte dazu geführt, dass immer wieder Ratten gesichtet worden sind. 

Mercedes-Transporter versperren den Weg

Zudem würden rund um die beiden Mehrfamilienhäuser eine Vielzahl von Mercedes-Sprinter-Transportern nicht ordnungsgemäß geparkt. Teilweise würden Grundstücks- und Garageneinfahrten zugestellt. Die Fahrzeuge, so die Anwohner, würden bis spät in die Nacht oft hin- und herbewegt. Außerdem würden sie auf der Straße repariert, wobei auch häufiger das ungeschützte Auslaufen von Betriebsstoffen beobachtet worden ist. 

Oer-Erkenschwick: Nachbarn fühlen sich bedroht

Außerdem fühlen sich die Anwohner von einigen der Hausbewohner bedroht. Wenn sie die Sprinter-Besitzer auf ihr umwelt- und verkehrswidriges Verhalten angesprochen hatten, sei es in einigen Fällen bereits zu konkreten Gewaltandrohungen gekommen. „Und das setzt dem Ganzen doch wohl die Krone auf. Uns hilft niemand. Wir fordern dringend sehr schnelle Hilfe und eine Verbesserung der Situation“, forderten rund 50 Anwohner erst am Mittwochnachmittag bei einer Gesprächsrunde, zu der Bürgermeister Carsten Wewers in den Sitzungssaal des Rathauses von Oer-Erkenschwick eingeladen hatte. 

Bürgermeister Wewers kündigt Maßnahmen an

Der Bürgermeister bat die Anwesenden um Vertrauen und kündigte Maßnahmen an, ohne diese genau zu erläutern. Ganz offenbar handelt es sich bei der Großrazzia in der Nacht zu Freitag um eine erste Reaktion auf die von den Anwohnern seit Monaten monierten unhaltbaren Zustände. Während der Versammlung berichteten Vertreter des Hauseigentümers darüber, dass den meisten der Bewohnern der beiden Häuser die Mietverträge bereits gekündigt worden seien.

Weitere Infos gibt es erst am Freitag-Vormittag

Welches Ergebnis die Razzia brachte, ob es Festnahmen gab oder Anzeigen geschrieben wurden, dazu soll es erst im weiteren Verlauf des Freitags Informationen geben. Wir berichten jeweils aktuell an dieser Stelle.

Während einer Versammlung im Sitzungssaal des Rathauses haben erst am Mittwoch rund 50 Anwohner der Eichendorffstraße und Umgebung dem Bürgermeister ihre Sorgen und Nöte geschildert.

Die aktuellen Beschwerden über Ratten in dem Bereich sind nicht neu. Bereits vor rund eineinhalb Jahren haben Anwohner darüber geklagt.

Vor knapp drei Jahren sorgte der Einsatz eines Polizeihubschraubers nach einem handfesten Streit in einer Wohnung an der Eichendorffstraße für Aufsehen.

Nach der Großrazzia sind plötzlich mehr als 100 Mieter spurlos verschwunden

Es hat sich etwas getan an der Eichendorfstraße - das ist der neueste Stand der Dinge.

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