Peter NItsche mit einem Modellbauschiff aus Karton
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Für den Kartonmodellbau braucht Peter Nitsche nicht nur eine ruhige Hand.

Renter (70) hat Rezept gegen Langeweile

Corona-Frust weckt wieder die Leidenschaft für ein filigranes Hobby - das baut Peter Nitsche am liebsten

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Das Hobby von Peter Nitsche (70) ist nicht von Pappe. Der gelernte Fernmeldehandwerker hat in Corona-Zeiten vor lauter Langeweile seine Liebe zum Kartonmodellbau wiederentdeckt.

Sonst ist der ehemalige Judoka – damals als junger Spund mit 74 Kilo in der Westfalenliga – sportlich immer noch sehr aktiv. Längst schon wie seien Ehefrau beim TuS 09 in der Leichtathletik. „Wegen Corona sind aber sämtliche Sportaktivitäten gestrichen, auch unsere Elterngruppe. Sonst bin ich als Wettkampfwart des Kreis-Leichtathletikverbandes auch noch oft auf anderen Sportplätzen in der Region als Kampfrichter unterwegs“, sagt Nitsche. Aber die Hände einfach in den Schoß legen, das ist nicht sein Ding. In Peter Nitsches Arbeitszimmer in Oer-erkenschwick stehen sauber aufgereiht in Glasvitrinen mehr als 60 filigrane Schiffsmodelle aus Karton. Und plötzlich springt der Funke wieder über. „Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich mir im Alter von 13 Jahren im Schreibwarengeschäft Herenz gegenüber der Stimbergschule mein erstes Modell kaufte, den Seenotrettungskreuzer Theodor Heuss im Maßstab 1:100“, sagt Nitsche.

Nitsche baut in Oer-Erkenschwick am liebsten Modelle im Maßstab 1:250

Inzwischen wurden die Modelle noch detailreicher im Maßstab 1:250. Ein Puzzle ist ein Kinderspiel im Vergleich zu seinem aktuellen Bauvorhaben in Oer-Erkenschwick. Das Mehrzweckschiff Neuwerk“ der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung hat 2237 Teile auf 18 Kartonbögen. Jedes Teil muss einzelnen ausgeschnitten werden. Verschiedene Skalpelle, Pinzetten und Scheren gehören zu Nitsches Bastelwerkzeug. Die Klebefalzen müssen exakt umgebogen werden. Bevor Nitsche mit einer feinen Nadel den Klebstoff aufträgt, kreisen seine Gedanken schon um die nächsten Bauschritte. Fehler beim Zusammenbau lassen sich nämlich nur schwer ausbügeln.

Rentner aus Oer-Erkenschwick macht regelmäßig Urlaub an der Nordsee

Viel Geduld und vor allem Fingerspitzengefühl verlangt das Modellbau-Hobby. Dass Nitsche sich auf Schiffe spezialisiert hat, kommt nicht von ungefähr: „Wir machen regelmäßig Urlaub an der Nordsee, in Duhnen bei Cuxhaven.“ Statt militärischer Modelle baut der Oer-Erkenschwicker heute lieber Seenotrettungskreuzer und andere zivile Schiffe. Die „Admiral Hipper“ war mit 80 Zentimetern Länge sein bisher größtes Modell. „Der schwere Kreuzer war allerdings zu sperrig für meine Vitrinen. Ich habe ihn ausgemustert“, sagt Nitsche.

Kartonmodellbauer pflegt auch noch das Archiv des TuS 09 Oer-Erkenschwick

Seine Akribie ist die beste Voraussetzung für ein weiteres Hobby. Nitsche pflegt nämlich auch das Archiv des TuS 09 - plant einen Trimmpfad in der Haard - im Keller unter dem Gymnasium. Haben Sie auch ein altes Hobby wiederentdeckt? Wie vertreiben Sie sich die Corona-Langeweile? Melden Sie sich per Mail an szredaktion@medienhaus-bauer.de

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