Claudia Wilde, Leiterin des DRK-Kindergartens „Auf dem Kolven“.
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Claudia Wilde wechselt in ihre Werkstatt.

Auf dem Kolven

Kinderstimmen waren der Soundtrack ihres Lebens - jetzt beginnt eine ruhigere Phase

  • Michael Dittrich
    vonMichael Dittrich
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Kindergarten-Leiterin Claudia Wilde hat den Ortsteil Rapen in Oer-Erkenschwick geprägt. Bald geht sie in den Ruhestand.

Dieser Satz ist bezeichnend. „Kinderstimmen sind der Soundtrack meines Lebens“, sagt Claudia Wilde. Demnächst muss sie darauf verzichten. Am 30. Oktober macht sie ihre letzte „Schicht“ im DRK-Kindergarten „Auf dem Kolven“ in Oer-Erkenschwick. 1997 hat sie die Fünf-Gruppen-Einrichtung aufgebaut. Heute ist es mit sechs Gruppen und 130 Kindern der größte Kindergarten in der Stadt. „Es war eine spannende Zeit, vor allem dank meines engagierten Teams in den 23 Jahren“, sagt die Leiterin. Die 45 Arbeitsjahre hat sie zwar voll, an die Rente dachte sie aber eigentlich noch nicht.

Oer-Erkenschwick: „Ganz oder gar nicht" lautet das Motto

Wenn da nicht Corona gekommen wäre: „Ich musste monatelang Homeoffice machen. Da habe ich gemerkt, wie mir die hellen Kinderstimmen fehlen. Aber ich habe auch festgestellt, dass es ein Leben ohne Kindergarten geben kann“, sagt die 64-Jährige. Als Teilzeitarbeiterin fühlt sich die Erzieherin nicht wohl. Ihr Motto lautet „Ganz oder gar nicht“. Und die Einrichtung bietet den Kindern in Oer-Erkenschwick das volle Programm: Bewegungskindergarten, Kita mit Biss, Haus der kleinen Forscher, Kita mit dem Pluspunkt Ernährung oder Tanzsternchen. Die „Kunsthallen-Bande“ macht Kunstexkursionen nach Recklinghausen, auch die Villa Hügel stand schon mal auf dem Kulturprogramm. „Das sind nicht nur meine Ideen, sie kommen aus dem ganzen Team“, sagt Wilde. Die Rapener Kita will den Kindern etwas geben: Die Zertifikate werden dort nicht nur aufgehängt, sondern auch gelebt. Nachlesen kann man das in mehr als 300 Zeitungsartikeln, die Wilde jetzt im Homeoffice sortiert hat.

Andreas Krebs übernimmt vorerst als Verbundleiter in Oer-Erkenschwick

Die berufliche Laufbahn verlief fast parallel zu Kollegin Ulla Brinkmeyer (DRK-Kindergarten Oer) , die ebenfalls Ende Oktober in den Ruhestand geht: 1956 im Knappschaftskrankenhaus geboren, in Klein-Erkenschwick aufgewachsen, Stimbergschule, Christoph-Stöver-Realschule. „Ulla und ich waren in der gleichen Klasse.“ Gemeinsam besuchten sie die Bischöfliche Fachschule, dann die Kindergärten St. Paulus und Heilig Kreuz. 1996 eröffnete Wilde als Leiterin einen Awo-Kindergarten in Hillerheide und nahm ein Jahr später die Herausforderung in Rapen an. Jetzt will sich die talentierte Heimwerkerin, die sogar Fliesen legen kann, mehr ihren Werkstatt-Hobbys widmen. Die Kita übernimmt vorläufig ihr Kollege Andreas Krebs als Verbundleiter für drei DRK-Kindergärten. Insgesamt gibt es in Oer-Erkenschwick aktuell 13 Kindergärten, zwei weitere kommen bald hinzu.

Sicherlich wird sie nicht nur der Fünfjährige vermissen, der ihr kürzlich einen Antrag machte. „Claudia, ich will dich heiraten“, sagte er und fragte vorsichtshalber nach: „Geht dass denn oder bist du schon verheiratet?“

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