Mehrjährige Haftstrafen für Zigarettenschmuggel hat jetzt das Bochumer Landgericht verhängt
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Mehrjährige Haftstrafen für Zigarettenschmuggel hat jetzt das Bochumer Landgericht verhängt

Jahrelange Ermittlungen

Nach dem aufgeflogenen Schmuggel von 32 Mio. Zigaretten: So hat das Landgericht geurteilt

  • Jörn Hartwich
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Von wegen ertragreicher Zigarettenschmuggel: Für dieses Delikt verbringt ein Oer-Erkenschwicker (40) wie sein Hertener Komplize mehrere Jahre im Gefängnis.

  • Landgericht verhängt insgesamt gut neun Jahre Haft
  • Angeklagt waren vier Männer
  • Im Prozess ging es um 32 Millionen Schmuggelzigaretten

Vier Jahre und zehn Monate Haft: Diese "Quittung" erhielt jetzt ein 40-jähriger Mann aus Oer-Erkenschwick für seine Beteiligung an einem großangelegten Zigarettenschmuggel vom Bochumer Landgericht. Gegen einen Komplizen aus Herten hat das Bochumer Landgericht vier Jahre und vier Monate Haft verhängt, zwei weitere Männer kamen mit Bewährungsstrafen von 15 und 23 Monaten davon.

Jahrelange Ermittlungen auch in Oer-Erkenschwick

Vor der Verurteilung hatten die Behörden über mehrere Jahre ermittelt. Die Polizei hatte schon 2016 erste Hinweise erhalten. Daraufhin waren Telefone und Autos überwacht, GPS-Sender installiert und Lagerstätten durchsucht worden. Endgültig zugeschlagen wurde der "Schmugglerring" schließlich 2019. Die beiden Hauptverdächtigen aus Oer-Erkenschwick und Herten kamen in Untersuchungshaft. 

Gefälschte Zigaretten ebenfalls für Kunden in Herten

Verhandlungsgegenstand warem im Prozess rund 32 Millionen Schmuggelzigaretten. Sie sollen in Polen produziert worden sein – als Vollfälschungen der Marke L&M. Die Grenzüberquerung erfolgte mit Lieferwagen und ständig wechselnden Kennzeichen. „Das war alles hoch konspirativ“, sagte Richter Michael Rehaag. Der Preis für die Abnehmer belief sich auf 18 bis 20 Euro pro Stange und damit auf einen Bruchteil des normalen Verkaufspreises. Das war natürlich nur möglich, weil keine Tabaksteuer abgeführt wurde. Im konkreten Fall sollen dem Staat rund 5,1 Millionen Euro entgangen sein.

Mann aus Oer-Erkenschwick für Ankauf zuständig

Die Schmuggelzigaretten sollen auf den ersten Blick einen perfekten Eindruck hinterlassen haben. Verpackung, Beschriftung: Alles schien original. Kleinere Mängel soll es allenfalls bei den Tabak-Füllungen gegeben haben. Der Angeklagte aus Oer-Erkenschwick soll für den Ankauf, die Finanzierung und die Auswahl verschiedener „Zigarettenbunker“ zuständig gewesen sein. Der Mitangeklagte aus Herten hat sich überwiegend um den Vertrieb gekümmert. Als Lagerhallen sollen unter anderem XXL-Garagen in Waltrop, Castrop-Rauxel und Bottrop sowie ein Container in Oer-Erkenschwick gedient haben.

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