Taucher suchten im Dortmund-Ems-Kanal nach Gegenständen, die im Zusammenhang mit der Leiche, die aus dem Kanal geborgen wurde, stehen.
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Taucher suchten im Dortmund-Ems-Kanal nach Gegenständen, die im Zusammenhang mit der Leiche, die aus dem Kanal geborgen wurde, stehen.

Frau aus Oer-Erkenschwick tot

Leiche treibt im Kanal in Waltrop - Gericht hat letztes Urteil gefällt

Eine Frau aus Oer-Erkenschwick wurde tot im Dortmund-Ems-Kanal in Waltrop gefunden. Nach viereinhalb Jahren hat der Bundesgerichtshof das letzte Urteil gefällt.

  • Viereinhalb Jahre nach dem Fund einer Frauenleiche im Kanal ist der Fall abgeschlossen.
  • Der Bundesgerichtshof hat die gegen den Ehemann der getöteten Mutter aus Oer-Erkenschwick verhängten neun Jahre und drei Monaten Haft bestätigt.
  • Die Leiche war von einem Lkw-Fahrer wohl eine Nacht lang auf dem Gelände seines Ex-Arbeitgebers in Oer-Erkenschwick zwischengelagert worden.

Mehr als viereinhalb Jahre nach demFund einer Frauenleiche auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei Waltrop ist der Fall jetzt juristisch endgültig abgeschlossen: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die gegen den inzwischen 45-jährigen Ehemann der getöteten Mutter aus Oer-Erkenschwick verhängten neun Jahre und drei Monaten Haft bestätigt. Das Totschlags-Urteil ist nun rechtskräftig. In einem aktuellen Beschluss des 4. BGH-Senats wurden sowohl die Revision des Angeklagten als auch die Rechtsmittel der drei Opferanwälte als unbegründet zurückgewiesen (4 StR 268/19). Eine Nachprüfung des Urteils des Bochumer Landgerichts vom 9. November 2018 habe „keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben“, heiß es darin einerseits. Andererseits, so die Richter in Karlsruhe weiter, seien aber auch die Revision der Opferfamilie letztlich als „erfolglos“ einzustufen. 

Oer-Erkenschwick: Zwei Prozesse vor Gericht

Der Fund der leblosen Frau (25) aus Oer-Erkenschwick auf dem Kanal hatte die Bochumer Justiz in zwei Mordprozessen beschäftigt. Nachdem der Ehemann der Getöteten im Oktober 2016 in einem ersten Prozess am Bochumer Schwurgericht noch aus Mangel an Beweisen freigesprochen war, hatte eine andere Strafkammer den Angeklagten mehr als ein Jahr danach zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Vorausgegangen war im Dezember 2017 zunächst eine Aufhebung des ersten Freispruch-Urteils sowie die Anordnung eines zweiten Verfahrens durch den BGH. In dem Ende März 2018 gestarteten zweiten Prozess hatte der angeklagte Lkw-Fahrer dann völlig überraschend am 18. September 2018 über seinen Verteidiger Siegmund Benecken doch noch ein Totschlags-Geständnis abgelegt. „In meiner Erregung packte ich sie und drückte ihren Kopf so lange in ein Kissen, bis sie sich nicht mehr bewegte“, hatte der Ehemann im Prozess erklären lassen. 

Oer-Erkenschwick: Leiche im Lkw versteckt

Die Leiche war von dem Lkw-Fahrer anschließend wohl eine Nacht lang auf dem Gelände seines Ex-Arbeitgebers in Oer-Erkenschwick zwischengelagert worden, ehe er sie von der Oberwieser Brücke in den Kanal gestürzt hatte. Das zweite Urteil basierte auf einer juristischen Premiere am Bochumer Landgericht - einer offiziellen Verständigung. Nachdem die Richter hatten durchblicken lassen, dass sich eine Ermordung der im Juni 2015 auf dem Kanal entdeckten Mutter nicht werde nachweisen lassen, war auch die Staatsanwalt Dietrich Streßig bereit gewesen, vom ursprünglichen Mordvorwurf abzurücken und eine Totschlags-Verurteilung mit zu tragen. Weil die Opferfamilie alles andere als eine Mordverurteilung nicht akzeptieren wollte, hatten die Nebenklageanwälte Revision gegen das „Verständigungs-Urteil“ eingelegt. „Jetzt ist das tragische Kapitel für das Mädchen zumindest juristisch ausgestanden“, erklärte Jens Tuschhoff, der Anwalt der gemeinsamen Tochter von Täter und Opfer.

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