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Peter Hackenberg blättert vor seiner Sternwarte im alten Mondkalender.

Vor 50 Jahren

Sehnsucht nach dem Unendlichen wird für Oer-Erkenschwicker (65) zum großen Hobby   

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Vor 50 Jahren verfolgt Peter Hackenberg in Oer-Erkenschwick die erste Mondlandung. Jetzt wartet der Hobby-Astrofotograf in seiner Mini-Sternwarte auf die erste bemannte Marslandung.   

Oer-Erkenschwick: An den Moment, als Neil Armstrong auf den Tag genau vor 50 Jahren den großen Schritt für die Menschheit gemacht hat, kann sich Peter Hackenberg aus Oer-Erkenschwick noch genau erinnern: „Mein Vater hatte Frühschicht und weckte mich mitten in der Nacht auf. Es muss so um 3 Uhr gewesen sein. Ich wollte die Mondlandung unbedingt live erleben.“

Damals noch in Schwarzweiß. Und es war gar nicht so spannend, wie sich der damals 15-Jährige das vorgestellt hat. „Man hat quasi nur Schatten auf dem Bildschirm gesehen, die sich auf dem Mond bewegt haben“, erinnert sich Hackenberg. Er sei fast wieder eingeschlafen bei der Übertragung der Mondlandung.

Als Junge immer zu den Sternen hinaufgeschaut   

 Geprägt hat den gelernten Bauschlosser dieses Erlebnis trotzdem. Für Raketen und Naturwissenschaft hatte sich der junge Hackenberg sowieso interessiert: „Beim Zelten habe ich auch immer zu den Sternen hinaufgeschaut.“ Dass die Sehnsucht nach dem Unendlichen mal zu seinem großen Hobby werden würde, hätte Hackenberg zum Zeitpunkt der ersten Mondlandung aber nicht gedacht. 1983 schenkte ihm seine Ehefrau Bettina das erste Teleskop, Hackenberg wurde Mitglied des Vereins „Förderer der Volkssternwarte Recklinghausen“ und baute dort an dem großen Teleskop mit.

Eigene Mini-Sternwarte im Garten gebaut   

Gebaut hat der versierte Handwerker aber nicht nur in der Nachbarstadt, sondern auch in seinem Garten an der Von-Waldthausen-Straße. Die runde dicke Kuppel mit einem Durchmesser von drei Metern ist nicht zu übersehen. Hackenberg hat eine eigene Mini-Sternwarte hinterm Haus. Mini ist relativ: Das Spiegelteleskop, mit dem er nach den Sternen greift, hat eine Brennweite von zwei Metern und kostet so viel wie ein Mittelklasse-Auto. „Ich bin kein Astronom, sondern Astrofotograf. Ich lichte Galaxien und Kugelsternhaufen ab“, sagt der Oer-Erkenschwicker.

 Fasziniert blättert Hackenberg in den alten Zeitungsartikeln mit Berichten über die Mondlandung, die ihm sein verstorbener Nachbar Werner Kullak vor 20 Jahren geschenkt. Zu dem Mond-Paket gehört auch noch ein Zeiss-Kalender aus dem Jahr 1970 mit Farbfotos von der Mondlandung, den Optiker Dieter Jäger seinen Kunden damals geschenkt hat. 

Hackenberg will die erste Marslandung erleben   

Aufmerksam verfolgt Hackenberg aktuell die Berichte über die Mondlandung in den Medien: „Am liebsten würde ich mir noch mal die Original-Fernsehübertragung anschauen. Der Astrofotograf würde gerne auch noch die erste Landung von Menschen auf dem Mars miterleben: „Ich bin mir sicher – wir sind die Aliens und werden den Weltraum erobern. Aber nirgendwo wird es so schön sein wie auf unserer Erde.“ Seinem Hobby will er auf jeden Fall treu bleiben. Hackenberg ist Mitinitiator einer Bürgerinitiative für die Abschaffung der Straßenbaubeiträge: „Wenn wir diese Abgaben kippen können, baue ich mir von dem Geld eine neue Kuppel.“

Hier zeigt Peter Hackenberg seine private Sternwarte

Nach der Mondlandung kam die eigene Sternwarte | cityInfo.TV

Dieses Leserfoto mit Mond von Pascal Riemann hat ein Geheimnis.

Sechs Kiefern vor der Sternwarte in Recklinghausen müssen weichen, weil sie die freie Sicht behindern. 

Peter Hackenberg organisierte eine Demonstration gegen die Straßenbaubeiträge.   

Oer-Erkenschwicker Resolution gegen Straßenbaubeiträge ist "verschwunden" - das ist der Hintergrund

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