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Eines dieser Stahlrohre wiegt allein 2,7 Tonnen. Der Bagger steht auf einer Stahlplatten-Straße.

Bauabschnitt dauert noch acht Wochen  

Planierraupen fräsen eine Schneise durch die Felder - das passiert an der Verbandsstraße    

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Umweltfreundliches Erdgas statt Kohle: Thyssengas legt eine 23 Kilometer lange Transportleitung von Datteln-Hachhausen zum Steag-Gaskraftwerk in Herne. 

  • Trasse für die Gasleitung ist 30 Meter breit
  • Rohre sind bis zu 16 Meter lang und 2,7 Tonnen schwer
  • In Datteln-Hachausen ist ein Anschlusspunkt    

Baustellenfahrzeuge queren seit einigen Wochen regelmäßig die Verbandsstraße an der Stadtgrenze von Datteln und Oer-Erkenschwick. Planierraupen haben inzwischen eine 30 Meter breite Trasse durch Felder und Äcker gefräst. Man könnte meinen, dort entsteht eine neue Autobahn oder Schnellstraße. Weit gefehlt: Auf dieser Trasse soll demnächst Erdgas transportiert werden – und zwar unterirdisch. 

Gasleitung soll bis Mitte 2021 stehen 

Seit einigen Tagen dominieren bis zu 16 Meter lange Stahlrohre die Landschaft. „Wir brauchen so viel Platz für den Bodenaushub, eine mit Stahlplatten ausstaffierte Baustraße, den eigentlichen Arbeitsbereich, wo die Rohre zusammengeschweißt werden, und den zwei Meter tiefen Graben für die Rohre“, sagt Projektleiter Hubert Jesolowitz von Thyssengas. Der Energieversorger baut die 23 Kilometer lange Erdgasleitung vom Anschlusspunkt in Datteln-Hachhausen bis zum umweltfreundlichen Steag-Gaskaftwerk in Herne. Bis Mitte 2021 soll die Leitung stehen. „Es wird allerdings noch etwas länger dauern, bis wir die Trasse wieder komplett renaturiert haben“, sagt Jesolowitz. Für den Bauabschnitt vom Anschlusspunkt in Datteln-Hachhausen bis zum Landwehring kalkuliert der Projektleiter etwa acht Wochen: „Dann sollten die Gasrohre in der Erde liegen.“

Trasse verläuft durch Oer-Erkenschwick

 Autofahrer, insbesondere Pendler, die täglich die Verbandsstraße oder den Landwehrring nutzen, werden von der Rohrverlegung nichts merken. Thyssengas kommt bei dieser Mega-Baumaßnahme ohne die Sperrung von klassifizierten Straßen aus. Bei Querungen werden die Straßen untertunnelt. Das Rohr wird praktisch unter der Fahrbahn durchgeschoben, während der Straßenverkehr oben ohne weitere Beeinträchtigungen weiterfließen kann. Das gilt allerdings nicht für kleinere Feld- und Wirtschaftswege wie beispielsweise die Straße „Zum Gutacker“. Thyssengas wird betroffene Anwohner noch rechtzeitig informieren. „Dort legen wir die Rohre wie im Feld in offener Bauweise. Allerdings bauen wir dann für den Übergang eine Ersatzstraße“, sagt der Projektleiter.

Straßen und Gewässer werden untertunnelt 

 Sofern sich in den renaturierten Gewässern Steinrapener Bach und Westerbach schon wieder Fische tummeln, bleiben diese ungeschoren. Die 60 Zentimeter dicken Rohre werden an diesen Querungen ebenfalls unterirdisch durchgeschoben. Nach der Fertigstellung bleibt die Erdgastransportleitung auch für die Landwirtschaft ohne Folgen. Die Rohre werden 1,20 Meter tief in die Erde verlegt. Dafür müssen etwa 2,20 Meter tiefe Gräben gezogen werden. Unten werden die schweren Rohre noch mit Sand gepuffert.

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