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Auch Lehrkräfte wie Julia Vürböck vom Willy-Brandt-Gymnasium (r.) nutzen mittags die Mensa, in der Irmgard Kock für die Ausgabe verantwortlich ist.

2,30 Euro pro Mahlzeit

„Schulessen“ ist kein Sorgenkind mehr

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OER-ERKENSCHWICK - Nein, der Großteil an Kindern und Jugendlichen wird wohl nie zur Mittagszeit in die Mensa stürmen. Doch das Thema „Schulessen“ ist längst nicht mehr ein Sorgenkind wie einst.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat eine Studie zum Schulessen vorgestellt. Das Resultat: Es darf gesund und zugleich preiswert sein. Täglich Gemüse auf dem Teller und maximal zweimal in der Woche Fleisch gehört den DGE-Standards.

Wie sieht die Realität im Schulzentrum aus? Paul-Gerhardt-Schule (386 Schüler), Christoph-Stöver-Realschule (484) und Willy-Brandt-Gymnasium (642) sind hier beheimatet. Macht zusammen also 1512 Kinder und Jugendliche, die theoretisch das Mittagessen-Angebot in der Mensa nutzen könnten. Dass es täglich nur ein Bruchteil ist, mag auch an einem gesellschaftlichen Phänomen liegen. Der Bäcker um die Ecke, die Döner- oder Pizzabude – von denen es in der City freilich genug gibt – erscheinen vielen attraktiver. Auf der Straße begegnen wir einer Gruppe von vier 15-Jährigen, die schnurstracks Richtung Bäcker läuft. Das Urteil: „Es ist einfach cooler, mittags in die Stadt zu gehen.“

Dabei ist man mit 2,30 Euro pro Mahlzeit in der Mensa dabei – und das Angebot ist durchaus abwechslungsreich. Irmgard Kock ist verantwortlich für die Organisation der Mensa und serviert Hähnchenfilet mit Tomatensauce, Nudeln und Brokkoli. Wahlweise gibt es auch Bratwurst mit Möhren-Mais-Gemüse und Kartoffeln, Nasi Goreng mit Reis, gefüllte Paprika mit Tomatensoße oder Schnitzel mit Kartoffelsalat. „Die Besucherzahlen steigen“, sagt Irmgard Kock. Das war schon mal anders. Als im November 2009 die eine Mio. Euro teure Mensa eröffnet wurde, startete eine Serie von Pannen mit Caterern, die entweder pleite gingen oder schlichtweg mangelhafte Essensqualität ablieferten. Der Stadt liegen für 2018 aktuell Abrechnungszahlen bis zum 7. Oktober vor. Demnach sind rund 7600 Essen über die Mensa-Theke gegangen. „Rechnet man die Ferienzeiten heraus, sind es rund 255 Essen pro Woche“, sagt Stadtsprecher Peter Raudszus.

Dass das im Vergleich zur Gesamtzahl der Schüler noch gering ist, liegt auf der Hand. Doch zumindest gibt es Beschwerden über Angebot und Qualität kaum noch. Das Recklinghäuser Unternehmen „A&K – Die frische Küche“ liefert zurzeit das Essen. Das von der DGE angepriesene tägliche Gemüse steht in der Mensa in dieser Woche tatsächlich auf dem Plan. In Sachen Fleisch ist man allerdings auch nicht zurückhaltend. Unter dem Slogan „Gut bürgerlich“ gibt es noch heiße Fleischwurst, zarten Schweinebraten und am Freitag Schweinerückenbraten.

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