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Drei Generationen Kindergarten-Leitung feiern beim runden Geburtstag in St. Marien mit: (vorne v.l.) Marianne Wember, Gabriele Böning und Kerstin Dieckmann.

60-Jahr-Feier St. Marien

Drei Kindergarten-Generationen im Gespräch

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OER-ERKENSCHWICK - Als die Zweigruppeneinrichtung in St. Marien 1958 eröffnet wurde, nannte man die Erzieherin noch Kindergärtnerin und Hortnerin.

Kindergärten hatten nicht den Stellenwert wie heute. „Damals waren die meisten Mütter nicht berufstätig, die Kinder blieben oft zu Hause“, sagt Marianne Wember (86). Gabriele Böning (63) war eine Ausnahme: „Ich war 1958 wahrscheinlich das erste U3-Kind in Oer-Erkenschwick. Zwei bis drei Mal die Woche durfte ich als Zweijährige den Kindergarten Christus König besuchen.“ Was diese beiden Frauen verbindet? Beide kommen aus Rapen, haben von 1968 bis 2008 den Kindergarten St. Marien geleitet und blicken auf 20 gemeinsame Jahre dort zurück.

„Heute sind die Kinder etwas wibbeliger als früher“, sagt Marianne Wember. Die 86-Jährige ist dem Kindergarten treu geblieben – als ehrenamtliche Lesepatin. Auch Gabriele Böning – wurde schon als Erzieherin ausgebildet – kommt einmal die Woche mit ihrer Enkeltochter in die Krabbelgruppe des Familienzentrums im Bickefeld. Kindergartenleiterin Kerstin Dieckmann (46) profitiert gerne von dem Erfahrungsschatz ihrer Vorgängerinnen: „Die beiden könnte ich mir gut in meinem Team vorstellen.“ Die Einschätzung, dass manche Kinder heute von medialen Reizen überflutet werden, teilt sie durchaus: „Die frühkindliche Bildung steht zwar mehr im Fokus als früher, aber die Kinder wollen in erster Linie einfach nur spielen.“

Sonntag, 10. Juni, um 9.30 Uhr Familiengottesdienst in der Kirche St. Marien, anschließend 60-Jahr-Feier im und rund um den Marien-Kindergarten, Im Bickefeld.

Einen gravierenden Unterschied gibt es schon. „Früher war mittags immer Schluss“, sagt Marianne Wember. Dass sie 1953 als Berufsseinssteigerin in einem Suderwicher Kindergarten 60 Kinder in einer Gruppe betreute, ist nur schwer vorstellbar. „Aber eine Kinderverwahranstalt waren wir trotzdem nicht, wir hatten auch damals schon einen Bildungsauftrag.“ Und darüber sind sich alle drei Erzieherinnen einig: „Solche Grundwerte wie gute Manieren, Höflichkeit und Danke sagen sind bis heute geblieben.“

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