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Hier ist der Beweis: Michael Walde steht vor seinem Eigenheim mit der Hausnummer 6a. Laut Beitragsservice von ARD und ZDF soll seine Ehefrau Renate nun Rundfunkgebühren für die Adresse Körnerstraße 6 bezahlen.

Adressen-Fehler

Doppelte Rundfunkgebühr für eine Wohnung

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OER-ERKENSCHWICK - Bis Montag war die Fernsehwelt auf der Körnerstraße noch in Ordnung. Jetzt soll Michael Walde (75) auf einmal seine Rundfunkgebühren doppelt bezahlen.

Die Rechnung vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio ist an seine Ehefrau Renate (69) adressiert, Körnerstraße 6. „Wir wohnen aber auf der Körnerstraße 6a – seit 1970. Die Hausnummer 6 existiert überhaupt nicht, der Nachbar hat die 6b, wie das so ist bei Doppelhäusern“, sagt Michael Walde.

Muss wohl ein Versehen sein, denkt sich der Renter. Schließlich werden die Rundfunkgebühren alle drei Monate vom Konto abgebucht. Walde hat eine Einzugsermächtigung erteilt, damit die Gebühren immer pünktlich beglichen werden. Warum seine Ehefrau jetzt noch mal extra bezahlen soll, versteht Walde nicht: „Wir sind weder geschieden, noch getrennt und schauen in der Regel gemeinsam Fernsehen.“

Ganz so einfach kommt der Rentner aus dieser Hausnummer allerdings nicht heraus. Der Anruf beim Beitragsservice klärt den Sachverhalt nämlich nicht. Die Rechnung über 52,50 Euro könne er nicht so einfach per Telefon zurücknehmen, erklärt der Sachbearbeiter. Er benötige eine amtliche Meldebestätigung von Renate Walde für die Adresse Körnerstraße 6a.

Walde bleibt nichts anderes übrig als der Gang zum Bürgerbüro. Dort erlebt er allerdings die nächste Überraschung. Laut Melderegister wohnt er ebenfalls auf der Körnerstraße 6 und zwar seit 1.9.1943. „Dabei wurde ich erst am 10. September 1943 geboren, aber in Schlesien,“ sagt Walde.

Irgendwas muss schief gelaufen sein. Denn selbst auf den Personalausweisen der Eheleute Walde ist die Körnerstraße 6 als Adresse ausgewiesen. „Das ist mir nie aufgefallen“, sagt Walde. Die Meldebestätigung bekommt Walde jedenfalls vorläufig nicht. Der Mann aus dem Bürgerbüro will erst mal Akten aus dem Archiv anfordern, um die Angelegenheit endgültig zu klären. Walde soll nächste Woche noch mal ins Rathaus kommen.

Bei Durchsicht der privaten Aktenordner keimt etwas Hoffnung bei Walde auf. Die letzten Grundbesitzabgabenbescheide gingen an die Adresse Körnerstraße 6a. Walde sieht den Adressen-Gau ansonsten relativ gelassen: „Gar nicht verkehrt, dass jetzt geklärt wird, wo wir wohnen. Vielleicht wären wir sonst irgendwann noch in Teufels Küche gekommen.“

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