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Das Jugendamt muss sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmern.

In Ausbildung

Jugendamt gibt jungen Flüchtlingen Perspektiven

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OER-ERKENSCHWICK - Junge Flüchtlinge stellen das Jugendamt vor besondere Herausforderungen. 18 unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) sind noch in städtischer Obhut, zehn sind inzwischen erwachsen.

Erst waren sie Problemfälle, weil dem Jugendamt jegliche Erfahrungen mit so jungen Flüchtlingen fehlten: Keine leichte Aufgabe für den zuständigen Sozialarbeiter, als er im Februar 2016 die UMA-Betreuung übernahm. Aktuell sind es 14 Männer und vier Frauen. Einige sind noch in therapeutischer Behandlung wegen ihrer traumatischen Fluchterlebnisse.

Doch inzwischen gibt es positive Nachrichten. „Einige Ausbildungsplätze konnten bereits vermittelt werden. Ein UMA befindet sich in der Ausbildung zum Koch, einer zum Bäcker. Einer wird zum Berufskraftfahrer ausgebildet, einer zum Kfz-Mechaniker und einer zum Einzelhandelskaufmann“, sagt die Erste Beigeordnete Gabriele Langemeier-Conrad. Es gibt aber auch Rückschläge. Ein UMA hat einen zugesagten Ausbildungsplatz nicht angetreten, einer hat die Ausbildung zum Elektriker abgebrochen.

Auf Wohnungssuche

16 der jungen Flüchtlinge leben zurzeit in Jugendhilfeeinrichtungen des Diakonischen Werks, des Junikum, der Flow gGmbH, der GAGU Zwergenhilfe und im St. Antonius Haus in Herten. In einem Falle konnte das Jugendamt eine Familienzusammenführung erwirken. Das Mädchen lebt jetzt bei ihrer Tante. Eine 14-Jährige wohnt gemeinsam mit ihrer Schwester (23) in der Asylunterkunft an der Schultenstraße. Sie möchten auf eigenen Wunsch zusammenleben und sind derzeit auf Wohnungssuche. „Eine besondere Herausforderung ist aber, dass viele UMAs inzwischen volljährig geworden sind und neue Hilfebedarfe entstehen wie Ausbildungsplatz- und Wohnungssuche, die Anbindung an andere Helfersysteme wie Jobcenter und Sozialamt“, sagt Langemeier-Conrad.

Mit 18 jungen Flüchtlingen erfüllt OE aktuell die vorgesehene Aufnahmequote von 17 UMA‘s. im Juni 2016 lag die Quote noch bei 24 . Die jungen Leute im Alter von 14 bis 19 Jahren kommen aus Eritrea (3), Syrien (2), Afghanistan (5), Guinea (2), Somalia (2), Gambia, Irak, Elfenbeinküste (jeweils 1). - Die Zahl der UMA-Fälle ist von 22,33 (2017) auf 20,67 zurückgegangen. Auch die Kosten für die Betreuung pro Kopf und Jahr sind von 47.682 auf 38.703 Euro (Prognose) gesunken. Den weitaus größten Teil der Kosten übernimmt das Land. Weitere Details gibt es bei der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch, 28. November, um 16 Uhr im Rathaus.

Zu den Herausforderungen zählt auch die Verselbstständigung der jungen Menschen. Bis zum 21. Lebensjahr sieht sie der Gesetzgeber als junge Volljährige, solange gibt ihnen das Jugendamt Hilfestellung. Dass sich die UMA-Situation in OE so positiv entwickelt hat, sei auch der guten Teamarbeit im Jugendamt zu verdanken. Langemeier-Conrad: „Weil die Kollegen den Sozialarbeiter so gut unterstützt haben, konnte er sich intensiv um die jungen Flüchtlinge kümmern.“

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