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„Shangri-La“ hieß das letzte Lokal am Nußbaumweg. Das ist die Bezeichnung für einen paradiesischen, fiktiven Ort im Himalaya. Ob das geplante Neubaugebiet Realität wird, steht auch in den Sternen. Zumindest der Bauzaun steht inzwischen wieder.

Bauplanung Nußbaumweg

Beim Kreis liegt noch kein Antrag vor

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OER-ERKENSCHWICK - Seit mehr als einem Jahr rührt sich nichts am Nußbaumweg. Gekauft hat die Firma „Domus Kompakt“ aus Bergisch Gladbach das 6755 Quadratmeter große Grundstück mit der ehemaligen Gaststätte Schneider. 25 Reihenhäuser sollen dort entstehen.

Mitinvestor Werner Helleckes hatte vor zwei Wochen noch angekündigt, dass es mit dem Bau bald losgehen soll. Bis Ende Mai rechne man mit grünem Licht von der Unteren Wasserbehörde (Kreis RE) und ab Juni soll das seit einem Jahr leer stehende Beratungsbüro an der Stimbergstraße besetzt werden. „Domus Kompakt“ hatte zur Auflage bekommen, für die Siedlung einen zusätzlichen Regenrückhaltekanal zu bauen.

Kreis-Pressesprecher Jochem Manz erklärte hingegen auf Nachfrage, dass es mit einer Genehmigung so schnell nichts wird: „Bisher liegt uns überhaupt noch kein Entwässerungsantrag von der Firma Domus Kompakt vor.“ Zuletzt im März habe es einen Termin gegeben, bei dem die Untere Wasserbehörde genau erläutert habe, wie groß das Fassungsvermögen des Stauraumkanals sein muss. Die Auflagen waren nicht ganz neu. Anfang November 2017 hatte Geschäftsführer Eckhart Hanstein mitgeteilt, dass „Domus Kompakt“ immer noch auf grünes Licht von der Unteren Wasserbehörde warten würde, um endlich den Bauantrag stellen zu können.

Neben dem Regenrückhaltekanal verzögert auch noch ein anderes Gewässer den Baubeginn am Nußbaumweg, nämlich der Hegenbach. Der im Sommer meist trockene Vorfluter für den Lohhäuser Berg kostet „Domus Kompakt“ wegen Mindestabständen zur Bebauung rund 800 Quadratmeter Bauland, unterm Strich sind das drei Reihenhäuser. Helleckes hatte erklärt, dass seine Firma den Makler wegen falscher Angaben beim Verkauf des Grundstücks auf Schadenersatz verklagen würde. Tatsächlich klagt aber der Makler gegen Domus Kompakt auf Zahlung seiner Provision für die Vermittlung des eine Mio. Euro teuren Grundstücks. In dem anwaltlichen Schriftverkehr zwischen Investor und Makler ist Ende Januar gar die Rede von Verhandlungen über eine Rückabwicklung des Kaufvertrags mit dem Verkäufer.

Die Stadt Oer-Erkenschwick ist auch noch an dem Geschäft am Nußbaumweg beteiligt. Sie hat dem Investor ein angrenzendes städtisches Grundstück verkauft, auf dem drei weitere Häuser gebaut werden sollen. Die Stadtverwaltung will sich wegen des laufenden Rechtsstreits nicht äußern.

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