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Polier Uwe Telaar macht auf der Engelbertstraße eine Trinkpause. Das Mineralwasser zahlt natürlich die Firma. Auch die Baustelle müssen die Straßenbauer jeden Tag wässern, damit es bei der Arbeit nicht so staubt.

Auf der Baustelle

Drei Liter Wasser sind Pflicht

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OER-ERKENSCHWICK - Engelbertstraße um 11.05 Uhr, 28 Grad im Schatten: Polier Uwe Telaar nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche: „Auf der Baustelle trinke ich mindestens drei Liter, sonst streikt der Kreislauf.“

Mit einer Kiste Wasser am Tag kommen die vier Tiefbauer der Firma Westmünsterland Straßenbau aus Heiden nicht aus. Wie auf dem Fußballplatz gehören regelmäßige Trinkpausen seit Wochen zum Ritual. Wenn die Sonne mittags unbarmherzig vom Himmel knallt und den Schotter aufheizt, kommen die Männer aus dem Münsterland bei mehr als 40 Grad so richtig ins Schwitzen. Von kurzer Hose, wie sie die beiden jungen Kollegen tragen, hält der alte Hase trotzdem nichts. „Ich hab keine Lust auf Kratzer und gehe mit lang lieber auf Nummer sicher“, sagt Telaar (61).

Sein gleichaltriger Kollege Burkhard Tenkamp trägt unter dem Jeanshemd sogar noch ein T-Shirt: „In meinem Bagger ist es ziemlich frisch. Die Kabine hat eine Klimaanlage, ich will mir keine Erkältung holen.“ Die Kollegen arbeiten gerade an der Schotterschicht für den Frostschutz. Für solche coolen Späße von ihrem „Opa“ sind sie trotzdem nicht zu haben. Um die Arbeit ein bisschen erträglicher zu gestalten, geht es morgens schon um 6.30 Uhr los auf der Baustelle. „Auf die Mittagspause verzichten wir und arbeiten durch. Dafür fahren wir um 15.15 Uhr nach Hause“, sagt Tenkamp.

Ohne Mineralwasser geht es an anderen Arbeitsplätzen und zu Hause auch nicht. Weil die Nachfrage – auch nach alkoholfreien Bieren – groß ist, sind im Getränkehandel immer noch viele Regale leer. - „Viele Kunden kaufen kistenweise. Gerade in den Ferien kommt das Leergut aber nicht zurück. Wasser ist genug da, bloß fehlen die Flaschen. Das gilt auch für die teuren Bügelflaschen“, sagt Inhaberin Yvonne Szyplinksi (Trinkgut). Auch wenn die Hitze abflaut, würde es mehr als vier Wochen dauern, bis die Engpässe behoben seien.

Und was dann? „Duschen, essen, schlafen – bei diesen Temperaturen schlaucht die Arbeit mehr als sonst. Man freut sich auf das Wochenende“, meint Telaar. Ein spezielles Rezept gegen die Hitze hat der Polier nicht. Morgens frühstücken die Tiefbauer im Bulli wie immer ihre Stullen. „Mittags kriege ich keine Schnitte mehr runter und erst recht nichts Warmes aus der Pommesbude. Höchstens ein Stück Obst oder Joghurt.“ Im Zeitplan liegen die Straßenbauer trotz Hitze. In zwei Wochen soll das erste 60-Meter-Teilstück der Engelbertstraße fertiggepflastert sein.

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