+
Renate Brinkmann-Beneke wird beim Gedanken an das nahende Ende des deutschen Steinkohlebergbaus wehmütig.

Bergbau-Erinnerung

Kohlebrocken erinnert ans Untertage-Jubiläum

  • schließen

OER-ERKENSCHWICK - Renate Brinkmann-Beneke wird beim Gedanken an das nahende Ende des deutschen Steinkohlebergbaus wehmütig. Schließlich „feiert“ die 69-jährige Mutter von drei erwachsenen Kindern in diesem Jahr ihr ganz persönliches Pütt-Jubiläum.

„Vor 25 Jahren durfte ich an einer Grubenfahrt auf der Zeche Ewald in Herten teilnehmen. Angefahren sind wir im Schacht Langenbochum. Und organisiert worden ist die Grubenfahrt von der Stimberg Zeitung“, erzählt Renate Brinkmann-Beneke, während sie einen Kohlebrocken in der Stube ihres Hauses am „Heitkamp“ in der Hand hält. „Den habe ich damals unter Tage aus dem Flöz gebrochen und mit nach oben geschmuggelt. Seitdem hüte ich das Kohlestück wie einen Schatz“, sagt die ehemaligen Grubenfahrerin.

Während des Gesprächs liegen auch Fossilien auf dem Wohnzimmertisch. „Die hat mein Vater damals von der Zeche mitgebracht“, sagt Brinkmann-Beneke. Der Vater hat auf der Schachtanlage Ewald-Fortsetzung gearbeitet. Der Opa auch. „Mein Vater war kein redseliger Mensch. Aber wenn er von der Schicht nach Hause kam und gar nicht gesprochen hat, dann wussten wir Kinder, dass wieder etwas Gefährliches in der Grube passiert war.“

Erzählen Sie uns Ihre persönliche Bergbau-Geschichte. Haben Sie vielleicht noch alte Fotos? Bringen Sie die mit zu uns in die Redaktion an der Stimbergstraße 115 (Tel. 0 23 68/91 72 44 10)

Nicht nur deshalb stand für Renate Brinkmann-Beneke schon als junges Mädchen fest: „Ich muss nach unter Tage. Ich muss endlich live und vor Ort erleben, unter welchen Bedingungen die Männer dort arbeiten.“ Auch die Geschichte der Bergarbeiterfrauen lässt die 69-jährige nicht los. Gerade liest sie ein Buch mit dem Titel „Kinder, Küche, Kohle und viel mehr“. Darin erinnern sich Bergarbeiter-Gattinnen aus drei Generationen an ihre Vergangenheit. „Beim Lesen tauche ich quasi ab in meine eigene Kindheit“, lächelt Renate Brinkmann-Beneke.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Mann in blauer Jacke onaniert vor 70-jähriger Seniorin - Polizei sucht den Unbekannten
Mann in blauer Jacke onaniert vor 70-jähriger Seniorin - Polizei sucht den Unbekannten
Ins Gesicht geschlagen und mit Flasche beworfen: Streit eskaliert am Busbahnhof
Ins Gesicht geschlagen und mit Flasche beworfen: Streit eskaliert am Busbahnhof
Rechte Hetze auf Schlägel und Eisen in Herten - und eine ziemlich kreative Reaktion
Rechte Hetze auf Schlägel und Eisen in Herten - und eine ziemlich kreative Reaktion

Kommentare