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Immer häufiger zugemüllt wird die City-Passage: Parfümerie-Inhaber Reinhold Dömer ärgert sich, dass Junge Leute, die sich dort treffen, eines seiner Werbeplakate zerstört haben. Auch Scheiben wurden schon eingedrückt.

Berliner Platz

Vandalismus wandert weiter zur City-Passage

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OER-ERKENSCHWICK - Die Karawane zieht weiter. Ein privater Sicherheitsdienst sorgt für Ordnung in der Neuen Mitte. Jetzt vermüllen junge Leute die City-Passage an der Parfümerie Dömer direkt gegenüber.

Seniorchef Reinhold Dömer fragt sich inzwischen, ob die Innenstadt von Oer-Erkenschwick noch der richtige Platz für solch ein Luxus-Geschäft ist. „Gerade wurde mir noch ein Werbeplakat zerstört, die jungen Leute treffen sich hier, sind laut, lassen Flaschen und Dosen liegen in der Passage, sogar Spritzen. Nicht nur einmal haben sie unsere Mitarbeiter und die Mieter von nebenan schon beschimpft. Die fühlen sich abends nicht mehr sicher hier“, sagte Dömer. Er habe einmal sogar beobachtet, wie ein Rentner von Jugendlichen geschubst wurde. „Wenn Vertreter von Chanel und Dior mitbekommen, was hier los ist, liefern sie mir keine Ware mehr, weil das Ambiente nicht passt“, meinte Dömer.

Die Stadt steht nicht in der Verantwortung für die City-Passage, muss dort auch nicht kehren. Es handelt sich um einen Privatweg mit Eingängen zu einem Mietshaus mit vorwiegend älteren Bewohnern und zu einer Rechtsanwaltspraxis. Hannelore Crölle, die diese Immobilie am City-Kreisel verwaltet, ist langsam mit ihrem Latein am Ende: „Ich hatte schon einige Termine mit dem Ordnungsamt, habe mehrfach die Polizei gerufen. Probleme mit der Passage gab es schon immer. Aber seit es wieder Mieter in der Neuen Mitte gibt, ist es noch schlimmer geworden.“

Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes

Der Ersten Beigeordneten Gabriele Langemeier-Conrad war die aktuelle Entwicklung an der City-Passage nicht bekannt. Zuletzt sei das Ordnungsamt im März 2018 bei einem Termin vor Ort gewesen. „Aber wir nehmen dass natürlich zum Anlass, dass die Mitarbeiter des Kommunale Ordnungsdienst jetzt verstärkt ein Auge auf diesen Bereich werfen“, sagte die Beigeordnete. Bei einer Klausurtagung des Verwaltungsvorstands soll in Kürze auch über die Fortsetzung des wegen Kündigung auf Eis gelegten Streetwork-Projekts beraten werden. Bis September 2018 hatte sich ein Sozialarbeiter bereits ein Jahr lang um die Jugendlichen gekümmert, die sich weder in Sportvereinen noch in Jugendtreffs zu Hause fühlen, aber dafür schon mal mit Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) oder Polizei aneinandergeraten.

Immobilienverwalterin Hannelore denkt derweil über kurzfristige Lösungen nach: „Die Passage zu schließen, wird wohl nicht viel bringen, weil die Eingänge offne bleiben müssen. Ich werde einen privaten Sicherheitsdienst engagieren müssen, der dort kontrolliert.“

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