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Brandoberinspektor Alexander Ueberdick ist in Oer-Erkenschwick verantwortlich für den vorbeugenden Brandschutz und überprüft regelmäßig die Installation von Brandmeldeanlagen-Systemen.

Brandmeldeanlagen

105 Fehlalarme halten die Feuerwehr auf Trab

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OER-ERKENSCHWICK - In Waltrop hat jüngst das Benutzen von Deospray in einer Krankenhaus-Umkleide für einen Feuerwehreinsatz gesorgt. Ähnliche Fehlalarme halten vermehrt auch die heimische Wehr auf Trab.

Allein im vergangenen Jahr rückte die Oer-Erkenschwicker Feuerwehr 105 Mal aus, nachdem Brandmeldeanlagen beispielsweise in Gewerberäumen, Altenheimen oder in Wohnungen von Jugendhilfeeinrichtungen ein Feuer gemeldet hatten. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass es nicht gebrannt hat. Allein der Löschzug Rapen rückte 2018 zu mehr als der Hälfte seiner gut 80 Einsätze wegen Fehlalarmen aus.

„Die Gründe dafür sind vielfältig“, erklärt Brandoberinspektor Alexander Ueberdick. Er ist bei der Feuerwache verantwortlich für den vorbeugenden Brandschutz und überprüft in dieser Funktion beispielsweise, ob bei Neubauten alle Brandschutzvorschriften eingehalten werden. Und dazu gehören ab einer bestimmten Gebäudegröße auch die Brandmeldeanlagen. Pflicht sind diese elektronischen Feuermeldesysteme unter anderem in Altenheimen, aber auch in Einkaufszentren.

Alle Löschkräfte rücken aus

„Wenn dort dann ein Rauchmelder Alarm gibt, wird der elektronisch sofort an die Kreis-Leitstelle der Feuerwehr in Recklinghausen weitergeleitet. Die setzt dann die Einsatzkräfte in Marsch“, erklärt Ueberdick. Wie viele Löschkräfte und -fahrzeuge sofort ausrücken, hängt von der Klassifizierung der Gebäude ab. Beim Alarm in einem Altenheim werden gleich alle Löschzüge und die Hauptwache in Marsch gesetzt. Das ist in der Alarm- und Ausrückeordnung der Wehr so festgeschrieben.

Wessen Brandmeldeanlage (BMA) die Feuerwehr letztlich grundlos auf den Plan ruft, muss den Einsatz der Rettungskräfte bezahlen. Je nach der Anzahl der Feuerwehrleute und -fahrzeuge kostet das zwischen 350 und rund 500 Euro. - Wer böswillig die Feuerwehr alarmiert und dabei erwischt wird, muss eine Einsatzgebühr von 500 Euro zahlen und kann auch noch zu einem Bußgeld verdonnert werden. - 34 elektronische Brandmeldeanlagen gibt es in der Stadt. Ihre Zahl steigt und somit auch die Zahl der Fehlalarme. - 31 Einsätze hat die Feuerwehr nach Alarmen von Heimrauchmeldern in Privatwohnungen gefahren. In mehr als der Hälfte der Fälle konnten durch die „Piepser“ größere Brände vermieden werden.

Und diese Einsatzkräfte rücken unverrichteter Dinge wieder ab, wenn beispielsweise Wasserdampf bei Reinigungsarbeiten oder ein technischer Defekt den Alarm ausgelöst hat. Ganz oben in der Fehlalarm-Liste steht eine Brandmeldeanlage im Gewerbegebiet Hübelkamp. „Wir stehen mit den Firmen und Hauseigentümern, bei denen sich solche technische Fehlalarme häufen, in Kontakt. Denn so entstehen den Betreibern der Brandmeldeanlagen nicht nur Kosten. Auch für die Mitglieder der Löschzüge, die nachts zu solchen Einsätzen am Ende grundlos aus dem Bett geworfen werden, sind Fehlalarme natürlich keine schöne Sache“, erklärt Alexander Ueberdick und betont: „Dennoch nehmen wir selbstverständlich jeden Brandalarm sehr ernst.“

Und wieder musste die Feuerwehr ausrücken - eine Rauchmelder hatte Alarm geschlagen.

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