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Vorstand im Bullshit-Look: (v.l.) Pressesprecher Hans-Peter Bronner, 2. Vorsitzender Frank Maldei, Kassenprüfer Christian Teigeler, Kassiererin Angelika Bronner, Vorsitzender Andreas (Pütz) Krebs, Kassenprüfer Martin (Elle) Sievers.

Bullshit-Verein

Raus aus dem Dornröschen-Schlaf

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OER-ERKENSCHWICK - Die legendären Bullshit-Festivals sind seit 1999 Geschichte. Auch der Bullshit-Verein hat 2003 seine Aktivitäten komplett eingestellt. Nun hat der Amtsschimmel ihn wieder wach „gewiehert“.

Kürzlich gab es Post für den 2. Vorsitzenden Frank Maldei vom Amtsgericht Recklinghausen. Der Justizbehörde war aufgefallen, dass der eingetragene Bullshit-Vorsitzende Max Krebs vor vier Jahren verstorben ist. Kein Vorsitzender, keine Aktivitäten mehr: Für das Amtsgericht lebt der Verein trotzdem weiter.

„Ohne einen kompletten Vorstand können wir ihn auch nicht auflösen“, sagt Hans-Peter Bronner. Also mussten die Mitglieder noch einmal zu einer Bullshit-Versammlung zusammengetrommelt werden. „Beiträge habe ich schon seit 2000 nicht mehr eingezogen“, sagt Kassiererin Angelika Bronner. Trotzdem stehen bei „Prott“ zur Versammlung 19 Mitglieder auf der Matte. Die Kassiererin hat sogar noch eine Kiste mit Bullshit-T-Shirts auf dem Dachboden ausgegraben. Und von einer Auflösung ist erst mal keine Rede mehr. „Wir haben Andreas Krebs zum neuen Vorsitzenden gewählt und wollen mindestens noch eine Veranstaltung auf die Beine stellen“, kündigt der Pressesprecher an.

Den Bullshit-Veteranen schwebt ein kleines Festival für heimische Bands in Kooperation mit dem Jugendverein JOE vor. „Praktisch eine Neuauflage der frühen Bullshit-Festivals“, meint Bronner. Die nahmen 1980 noch unter dem Namen „Vinnumer Rockfete“ in Datteln ihren Anfang. Weil die Besucher auf der grünen Wiese häufig in Kuhfladen traten, wurde die Rockveranstaltung bei der dritten Auflage in „Bullshit-Festival“ umgetauft. 1983 fand das Event erstmals in Oer-Erkenschwick statt.

Georg Schäfer war damals der Macher. Den Veranstaltungsort an den Grillhütten hinter dem Waldfriedhof mussten die Organisatoren wegen einer Friedhofserweiterung aber bald wieder begraben. 1988 zog das Festival an die Grillhütten neben dem Freibad um und wurde dort immer größer. „Das Festival hatte mal 3000 Besucher, deswegen gründeten wir den Verein“, sagt Bronner. Nach dem Aus organisierten die Bullshit-Macher im Jahr 2000 im Stadtpark noch ein „Rock gegen Rechts“-Festival. „Dann haben wir JOE anfangs bei den ,Sun Sucks Brain Out‘-Festivals unterstützt“, sagt Hans Peter Bronner. 20 Jahre nach dem Ende lebt die Legende weiter – ohne Unterbrechung wäre es „Bullshit“ Nummer 40. Mit einer kleinen Satzungsänderung: Sollte sich der Verein auflösen, geht das Vermögen nicht mehr an „Greenpeace“, sondern an den „Laden“.

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