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Im Neubaugebiet Calluna-Quartier ist zu Wochenbeginn die Fernwärmeversorgung erneut ausgefallen.

Calluna-Quartier

Siedler frieren und sind sauer

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OER-ERKENSCHWICK - Die Fernwärmeversorgung vieler Häuser im Neubaugebiet Calluna-Quartier ist (noch) keine Erfolgsgeschichte. Am Montag war bei frostigen Außentemperaturen die Warmwasserversorgung erneut unterbrochen. Die dortigen Siedler sind sauer.

Hauseigentümer Bastian Werner beispielsweise stellte nach eigenen Angaben am Thermostat seiner Heizungsanlage im Keller fest, dass das bei der Grubengasverstromung in Rapen erzeugte „Heißwasser“ sein Gebäude statt mit 70 nur noch mit knapp 40 Grad erreicht hat. „Damit war das Duschwasser allenfalls lauwarm. Noch viel schlimmer war allerdings, dass die Raumtemperatur auf unter 19 Grad fiel. Wir haben ein sechs Monate altes Baby. Das darf nicht passieren.“

Mittlerweile läuft die Heißwasserversorgung wieder. Die Fernwärme, die viele Siedler und Mieter im Calluna-Quartier beziehen, entsteht als „Abfallprodukt“ der Grubengas-Verstromung am ehemaligen Zechenstandort in Rapen durch das Unternehmen Minegas. Das heiße Wasser wird dann durch ein vom Energieversorger Innogy betriebenes Rohrnetz zum Calluna-Quartier geführt. Dort wurde die Wärmeenergie bis zur Insolvenz vor etwa zweieinhalb Jahren durch die Fernwärmegesellschaft Oer-Erkenschwick (FOE) vertrieben. Die Wärmeversorgung lief aber trotz der Pleite weiter. Allerdings kam es immer wieder zu Störungen in der Versorgung. Sauer aufgestoßen ist den Calluna-Siedlern, dass es nach der FOE-Insolvenz bei den Störungsfällen keinen konkreten Ansprechpartner mehr gab.

Im aktuellen Fall hat sich schließlich das Unternehmen Innogy um die Störungsbeseitigung gekümmert. „Es ist ein Kompressor im Blockheizkraftwerk von Minegas ausgefallen. Der Schaden ist behoben“, erklärt Innogy-Mitarbeiterin Jutta Lackenberg und verweist darauf, dass Innogy eigentlich für solche Fälle nicht der richtige Ansprechpartner sei.

Diese Aussage verwundert. Denn in einer Innogy-Pressemitteilung vom 19. Dezember heißt es wörtlich: „Die Wärmeversorgung des Calluna-Quartiers ist auch nach dem 1. Januar sichergestellt. Die Minegas wird weiterhin als Lieferant der Grubengaswärme fungieren. Innogy SE ist weiter Netzbetreiber und übernimmt zusätzlich die Rolle des Wärmeversorgers.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Jutta Lackenberg, dass die dafür erforderlichen Verträge aber noch gar nicht unterschrieben sind. Bislang wird der 1. April als Unterzeichnungstermin angestrebt.

Und ein genaues Datum für die in der zitierten Pressemitteilung „für die ersten Wochen des neuen Jahres“ angekündigte Informationsveranstaltung gibt es auch noch nicht. Dieser Termin, bei dem die Siedler und künftigen Innogy-Kunden auch über die Modalitäten der nachträglichen Endabrechnungen informiert werden sollen, wird „vermutlich Mitte oder Ende Februar“ stattfinden.

Die Siedler hoffen nun, dass sie in Zukunft während der noch länger anhaltenden Frostperiode und darüber hinaus keine sprichwörtlichen kalten Füße mehr bekommen. Wenn doch, so erklärt Innogy-Mitarbeiterin Jutta Lackenberg, können sich die Siedler an die rund um die Uhr besetzte Fernwärme-Störungs-Hotline von Innogy wenden. Die Rufnummer lautet: 08 00/5 26 26 30.

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