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Ihr Reich ist die Werkstatt: Christian Forck (29) setzt an der Schulstraße die Tradition des Familienunternehmens fort. Sein Vater Ferdinand (61) tritt zwar offiziell kürzer, bleibt der Firma aber natürlich erhalten.

Christian Forck übernimmt

Familienbetrieb in siebter Generation

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OER-ERKENSCHWICK - Familientradition verpflichtet – doch hier von einer Pflicht zu sprechen, wird der Sache nicht gerecht. „Ich kann mir nichts anderes vorstellen“, sagt Christian Forck. Nun ist der Mann Chef eines Traditionsbetriebs.

Nein, es ist keine dorfeigene Legendenbildung, wenn man behauptet, dass unzählige Gartenbesitzer in Oer schon einmal ihren defekten Rasenmäher aufgesattelt haben, um ihn fix bei „Forck“ reparieren zu lassen. Bislang war Ferdinand Forck der Chef. Jetzt zieht er sich zurück, „aber natürlich bleibe ich Betrieb aktiv“, erzählt der 61-Jährige. Drei Jahrzehnte stand Ferdi Forck dem Gartengeräte- und Metallbaubetrieb vor. Nun ist der Sohnemann an der Reihe.

Einmal Forck, immer Forck – das gilt es zu bewahren an der Schulstraße 10 im Schatten der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Und wo gibt es das noch im Stadtgebiet, dass ein Familienbetrieb in siebter Generation fortgeführt wird? „Bei der Schmiede Stübbe ist das noch ähnlich, sonst wohl nicht“, sagt Ferdi Forck nicht ohne Stolz in der Stimme. Derweil kramt er alte Bilder heraus, die das Haus in ihrem Ursprung zeigen. Wobei es indes nicht mehr genau zu ergründen ist, wann der vordere Teil der Werkstatt gebaut wurde „Ungefähr bis 1850 können wir die Historie zurückverfolgen“, sagt Christian Forck. Es war eine Zeit, als man im Traum nicht an Rasenmäher – schon gar nicht als surrende Roboter in Dauerschleifen-Fahrt – dachte. Hufbeschlag, Reparatur von Kutschenrädern, Schmiedearbeiten, das bestimmte einst das Leben der Forcks. Wobei der alt eingesessene Familienname erst später Einzug hält. Dördelmann und Pieper, diese Namen zeugen vom Ursprung. Dann übernehmen aber die Männer die Regie. Die Forcks eben.

Ferdi Forcks Großvater hieß Ferdinand, sein Vater ebenfalls. Als es vor 29 Jahren aber um die Frage ging, ob der Sohnemann auch diesen Vornamen tragen sollte, war Christian gefragter. Tradition verpflichtet ja nicht zu allem… „70 Prozent Gartengeräte, 30 Prozent Metallbau“ – so verteile sich das Arbeitsvolumen, erzählt der neue Chef. Der Name Forck stand freilich einst auch für Spielsachen, Haushaltswaren oder Kochtöpfe. Das ist Geschichte, Motorsäge und Metall haben aber auch in siebter Generation Konjunktur. Langsam angehen lassen kann es „Forck junior“ zum Start aber nicht. Es ist zwar kalt. Aber die Kirchengemeinden schicken ihre Rasenmäher schon zum Check-Up. Und so schrauben Vater und Sohn weiter Hand in Hand.

Nur der Chef ist neu.

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