+
Siegfried Kowalske (84) fertigt in der AWO-Bastelstube, An der Feuerwache, Futterhäuschen in allen gewünschten Größen und (Vereins-)Farben. Natürlich auch wie hier die Luxusausführung mit Futtersilo.

Füttern erlaubt

Vögel freuen sich über zusätzliche Nahrung

  • schließen

OER-ERKENSCHWICK - Die Kraniche ziehen gen Süden. Amsel, Drossel, Fink und Star bleiben zu Hause. Futterhäuschen für heimische Vögel sind zurzeit der Renner in der AWO-Holzwerkstatt von Siegfried Kowalske (84).

Aber: Soll man Vögel überhaupt füttern? Bei dieser Frage scheiden sich bei Naturfreunden nämlich die Geister. Ulrich Kamp, Experte vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) aus Oer-Erkenschwick, kauft sich jedenfalls ein neues Futterhäuschen für seinen Garten. „Bei solchen milden Wintern wie zuletzt werden nicht Tausende Vögel verhungern. Aber schaden kann Füttern auch nicht.“ Das ist auch die offizielle NABU-Empfehlung – insbesondere für den Winter.

Finden die Vögel überhaupt das Futter? Diese Frage stellen sich sicher viele Leser, die durch Berichte über bedrohte heimische Vogelarten sensibilisiert wurden und vielleicht zum ersten Mal den Tieren über den Winter helfen wollen. „Auf jeden Fall“, meint Kamp, „Vögel klappern auf der Suche nach Nahrung fast alle Gärten ab. Man muss sie nicht unbedingt das ganze Jahr über versorgen.“

Geschützter Standort

Wichtig ist einzig und allein der richtige Standort für das Futterhäuschen. „In der Nähe sollten die Vögel Deckung in einem Busch oder Baum Deckung finden können für den Fall, dass sie von einem Raubvogel verfolgt werden. Außerdem gehört das Futterhäuschen auf einen etwa 1,50 Meter hohen Ständer, damit nicht Katzen und Ratten die Vögel „futtern“. Oder man hängt die „Vogel-Snackbar“ hoch genug auf.

Um die Gefahr von Krankheitserregern zu verringern, empfiehlt der NABU die Verwendung von Futtersilos. Das verhindert, dass die Körner nass werden und die Vögel sie mit Kot verschmutzen. - Es gibt Häuschen mit integrierten Futtersilos. Herkömmliche Ausführungen müssen regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden. - Glasscheiben in der Nähe sollten wegen Kollisionsgefahr mit Aufklebern oder Mustern entschärfen. Keine Meisenknödel in Netzen aufhängen. Vögel können sich darin verheddern. - Mehr Tipps und auch eine Anleitungen zum Bau einer Vogel-Snackbar finden Sie unter: -

Wer die Kosten für ein Futterhäuschen scheut, sollte die Körner bloß nicht auf den Boden streuen. Das könnte nämlich ein gefundenes Fressen für Ratten sein. Besser: Meisenknödel oder -ringe an Büschen oder Zweigen aufhängen. „Damit werden, wie der Name es sagt, vor allem Meisen satt. Aber auch Spatzen und Kleiber können sich am Knödel festkrallen und picken“, meint Kamp. „Mit dem Angebot aus dem Tier- oder Baumarkt macht man aber nichts verkehrt. In der handelsüblichen Körnermischung ist für jeden Vogel etwas dabei.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Zugverbindung Berlin - Recklinghausen kommt ab Montag - es gibt nur einen Haken
Zugverbindung Berlin - Recklinghausen kommt ab Montag - es gibt nur einen Haken
Hier wird bald in Marl geblitzt
Hier wird bald in Marl geblitzt
Hertener Stadtstreicher sitzt jetzt hinter Gittern - aber nicht wegen der grünen Flüssigkeit
Hertener Stadtstreicher sitzt jetzt hinter Gittern - aber nicht wegen der grünen Flüssigkeit
Drei Kinder legen Steine auf Schienen - die Bahn kann nicht mehr rechtzeitig stoppen
Drei Kinder legen Steine auf Schienen - die Bahn kann nicht mehr rechtzeitig stoppen
Männer mit Schusswaffe wollten offenbar Netto-Filiale überfallen - doch sie kamen zu spät
Männer mit Schusswaffe wollten offenbar Netto-Filiale überfallen - doch sie kamen zu spät

Kommentare