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Urnenwandkammern gibt es inzwischen auch auf dem Waldfriedhof. In den kommenden Jahren wird die Nachfrage an pflegefreien Grabangeboten auch dort deutlich ansteigen.

Geändertes Bestattungsverhalten

Waldfriedhof erlebt einen Umbruch

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OER-ERKENSCHWICK - Der erste Schritt zur Umgestaltung des Waldfriedhofes wird schon in Kürze mit der Asphaltierung der Hauptwege vollzogen. Doch in den kommenden Jahren verändert sich noch viel mehr.

Alternative Bestattungsformen liegen im Trend – und diesem Zustand muss auch in OE Rechnung getragen werden. „Die vermehrte Nachfrage zu Urnenbeisetzungen bleibt“, sagte Klaus Güß vom Fachbüro „PlanRat“ im Stadtentwicklungsausschuss.

Die Folge für den Waldfriedhof: Auch hier wird über Flächenveränderungen nachgedacht. Ohne dass bereits eine konkrete Entwicklungsplanung vorliegt, erscheint es realistisch, dass der sogenannte „Kernbereich“ nur noch 50 Prozent der vorhandenen Fläche ausweisen wird. Für Güß steht fest, dass pflegevereinfachte Gräber zukünftig mehr als 70 Prozent ausmachen werden. „Die Struktur des Waldfriedhofes wird sich verändern.“ Urnenwände, Sarg-Rasentafelgräber oder anonyme Sarg- sowie Urnengräber sind solche pflegefreien Stellen, wie sie auf Friedhöfen immer mehr zu sehen sind. Drei Standorte gibt es auf dem Waldfriedhof derzeit für Rasengräber, auf lange Sicht müssen für diese vergleichsweise pflegeleichte Variante zusätzliche Flächen gefunden werden.

Mittelfristig, so Güß, sei auch die Form der Baumbestattung auf dem Gelände naheliegend – auch um einer Abwanderung in privatwirtschaftlich betriebene Bestattungswälder entgegenzutreten. „Zurzeit sind im Kernbereich des Waldfriedhofes aber nur wenige Bäume dafür geeignet“, so Güß. Langfristig kalkuliert er allerdings damit, dass rund 15 Prozent aller Beerdigungen als Baumbestattungen erfolgen. Mit bis zu 30 Urnen könnte dann ein Baum belegt werden. Nach aktuellen Berechnungen bräuchte man für diese Bestattungsform rund 1600 Urnenstellen - also mehr als 50 Bäume. Es ist eine Umstrukturierung, die nicht von heute auf morgen zu stemmen ist, weil viele potenziell geeignete Bäume noch durch Bestandsgräber blockiert sind.

Zeitlich näher liegt da die Sanierung der Wege, damit das Gelände auch mit Rollstuhl und Rollator wieder gut passiert werden kann. Im Frühjahr 2019 geht es los.

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