Gewerbepark Dillenburg

„Flächenplanung für spätere Generationen“

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OER-ERKENSCHWICK - Gegen den an der Grenze zwischen Datteln und Rapen möglichen Gewerbepark Dillenburg regt sich schon jetzt Widerstand. Dabei könnte die Fläche frühestens in knapp zehn Jahren genutzt werden.

Vor allem die Bündnisgrünen kritisieren den aus ihrer Sicht überflüssigen Verbrauch von bislang überwiegend landwirtschaftlich genutzter Naturlandschaft und haben am Donnerstagabend bereits zu einem ersten Treffen geladen, um mögliche Maßnahmen gegen den Gewerbepark zu erörtern. Auch einige Bürger haben sich bei uns in der Redaktion gemeldet und in Frage gestellt, ob eine solche Flächenausweisung überhaupt erforderlich sei.

Der auch für Stadtplanung verantwortliche Technische Beigeordnete im Rathaus, Bernd Immohr, meint ganz klar: „Ja. Denn wir müssen schon jetzt über Jahrzehnte nach vorne schauen und im Sinne kommender Generationen in Sachen Gewerbeansiedlung kurzfristig reaktionsfähig werden.“ Was ist damit gemeint? Seit einigen Jahren befindet sich der sogenannte Regionalplan Ruhr in der Aufstellungsphase. Der legt die grundsätzlichen Flächenverwendungen in der Region fest. Und weil unter anderem laut Industrie- und Handelskammer in der Region kurzfristig verfügbare, größere Gewerbeflächen fehlen, hat man nach sogenannten Kooperationsstandorten gesucht – und 19 im gesamten Ruhrgebiet gefunden.

Einer ist die Fläche an der Dillenburg, die vor rund 30 Jahren schon eine Bergbau-Bergehalde werden sollte. „Bis dieser Regionalplan beschlossen und somit Gesetz geworden ist, vergehen noch mindestens drei Jahre. Dann müssen die Städte ihre Flächennutzungspläne ändern und schließlich vorsorglich Bebauungspläne aufstellen. Da gehen auch noch einige Jahre ins Land“, erläutert Immohr.

Sind dann aber alle „Formalitäten“ erledigt, könnte einem Großbetrieb, der sich in der Region ansiedeln und somit viele Arbeitsplätze schaffen würde, recht kurzfristig ein passendes Areal angeboten werden. „Dieser mögliche Gewerbepark Dillenburg ist nicht für Kleingewerbe gedacht. Die zu vermarktende Flächen-Mindestgröße liegt bei acht Hektar. Zurzeit ist überhaupt noch kein Interessent in Sicht. Aber das kann sich in 15 oder 20 Jahren ändern. Und dann müssen die zukünftigen Politiker zumindest in der Lage sein, Flächen anzubieten. Wenn sie es denn wollen.“

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