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Bauhofleiter Gerold Schmelter (l.) und Friedhofsgärtner Ingbert Eisenblätter beim Kipp-Test. Fällt der Grabstein durch, gibt es diese „Gelbe Karte“.

Grabsteine müssen Kipp-Test bestehen

Gärtner auf dem Waldfriedhof überprüfen jährlich Standfestigkeit

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OER-ERKENSCHWICK - Es ist schon ein paar Jahre her, dass ein Friedhofsgärtner beim Heckenschnitt einen lockeren Grabstein umgestoßen hat. Solche Umfaller können schwere Verletzungen nach sich ziehen. Manche Grabmale wiegen bis zu 700 Kilo. Deshalb werden einmal jährlich sämtliche aufrecht stehenden Grabsteine auf dem Waldfriedhof auf Standfestigkeit überprüft.

Das ist Vorschrift und bei mehr als 1.000 potenziellen Gefahrenstellen eine Mammutaufgabe. Chef-Gärtner Ingbert Eisenblätter benutzt dafür einen speziellen Kipp-Tester: „Man presst das Gerät mit viel Kraft gegen den Stein. Bei einem bestimmten Druck ertönt ein Piepsignal. Hat sich der Stein bis dahin nicht bewegt, ist er standsicher.“

Sonst gibt es die „Gelbe Karte“: einen Aufkleber, der vor Unfallgefahren warnt. Unter Umständen wird das Grab auch mit einem Flatterband abgesperrt. „Wir benachrichtigen sofort die nutzungsberechtigten Angehörigen. Die müssen dafür sorgen, dass der Grabstein wieder fachgerecht befestigt wird“, sagt Bauhof-Leiter Gerold Schmelter. Dass Grabsteine durch Witterungseinflüsse locker werden, ist kein Einzelfall. „Fünf bis zehn Grabmale pro Jahr fallen beim Kipp-Test durch“, sagt Eisenblätter. Er kann sich aber auch noch an ein Jahr erinnern mit mehr als 30 Umfall-Kandidaten.

Grabstein lösst sich vom Fundament

Schuld daran, dass sich das Fundament im Erdreich lockert, oder sich der Grabstein vom Fundament löst, sind Witterungseinflüsse. Frost und Tauwetter setzen den steinernen Malen genauso zu wie dem Asphalt auf der Straße. Sollten sich die Angehörigen nicht melden und um den Schaden kümmern, werden die Friedhofsgärtner aktiv und kippen den Stein zwecks Gefahrenbeseitigung einfach um. „Wir wären dankbar, wenn Angehörige von Zeit zu Zeit selbst die Standfestigkeit überprüfen würden“, meint Eisenblätter.

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