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Der Haardschacht im Jammertal mit einer Drohne aus der Luft fotografiert. Geht es nach dem Verein „Haard1 e.V.“, sollen viele Bereiche der Zechengebäude erhalten und sinnvoll in die Natur eingebunden werden.

„Haard1“

Verein kämpft für Erhalt des Haardschachtes

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OER-ERKENSCHWICK - Der Haardschacht im Jammertal ist eins der Relikte aus alten Bergwerkszeiten – und auf dem besten Weg, zu verschwinden. Nachdem die Ruhrkohle den eigentlichen Schacht 2015 verfüllen ließ, soll 2019 der Abriss der überirdischen Gebäude erfolgen. Das möchte der neu gegründete Verein „Haard1“ verhindern.

Stattdessen, so der Wunsch von Vereinsgründer Philip Barg aus Datteln, sollen möglichst viele Teile der Schachtanlage erhalten werden. Der 29-jährige Dattelner und seine Mitstreiter möchten den Verlust dieses Stücks Stadtgeschichte mit Naturschutz verbinden. „Die Route der Industriekultur haben wir schon. Warum bauen wir nicht auch eine Route der Industrienatur auf“, erklärt der gelernte Informatiker. Barg weiß aber auch, dass die Zeit drängt. Seit Wochen laufen am Schacht vorbereitende Arbeiten für den bevorstehenden Abriss. Philip Barg hat schon mehrfach Kontakt zum Unternehmen aufgenommen. Bislang ohne konkreten Erfolg. Dort ist man eher skeptisch, was das Vorhaben von „Haard1“ angeht. Vor allem müsste der Verein ein schlüssiges und durchfinanziertes Konzept präsentieren, heißt es von der RAG Montan Immobilien.

Fördergerüst erhalten

Volker Seemann, Vorsitzender des seit knapp einem Jahr existierenden Fördervereins zum Erhalt des Schachtgerüstes an der Ewaldstraße, begrüßt das Engagement der Dattelner Kollegen, aber: „Unser Herz hängt mehr an den Bergbaugebäuden in der City.“ 55 Mitglieder hat der Förderverein mittlerweile. Die nächste Versammlung findet am Freitag, 16. November, ab 19 Uhr im IGBCE-Jugendtreff statt. „Dann werden wir darüber berichten, dass wir nach einer Absage von der RAG-Denkmalstiftung nun mit Unterstützung der Stadt Förderanträge bei der Deutschen und der NRW-Denkmalstiftung stellen werden.“ Zuschüsse sind für die Sanierung des Schachtgerüstes als dauerhafte Erinnerung an die Bergbaugeschichte der Stadt unbedingt erforderlich. Denn die Kosten werden auf rund eine Mio. Euro geschätzt.

Anlässlich des Bergbau-Endes veranstalten der Bergbau- und Geschichtsverein, der Bergmannsverein Glück-Auf, die Grubenwehr, der Förderverein sowie die IGBCE am Samstag, 24. November, ab 17 Uhr am „Ziegeleitor“ eine „Sonderschicht“. - Dazu unser Aufruf: Erzählen Sie uns Ihre ganz persönliche Bergbaugeschichte. Haben Sie vielleicht noch alte Fotos? Bringen Sie mit zu uns in die Redaktion an der Stimbergstraße 115, Tel. 0 23 68/91 72 44 10) - Infos im Netz unter

Mit dem 2019 geplanten Abriss des Haardschacht-Gebäudes geht ein Stück Oer-Erkenschwicker Püttgeschichte zu Ende. - Der Haardschacht, 1983 in Betrieb genommen, wurde 2001 stillgelegt. Er gehörte zur Oer-Erkenschwicker Zeche Ewald-Fortsetzung das später den Namen Bergwerk Haard trug. - Die Bergbau-Geschichte in Oer-Erkenschwick begann 1899 mit dem Bau des Förderschachtes an der Ewaldstraße. Das Bergwerk Ewald-Fortsetzung begann 1903 mit der Kohleförderung. - Das Bergbau-Ende in Oer-Erkenschwick wurde 1992 mit der Zusammenlegung des Bergwerks mit der Recklinghäuser Zeche Blumenthal eingeläutet. Diese Verbundzeche ging 2001 mit dem Marler Pütt Auguste Victoria zusammen und wurde 2015 geschlossen.

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