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Wie viel Regenwasser wird von einem Privatgrundstück in die öffentliche Kanalisation geleitet? Das will die Stadt mit den jetzt verschickten Regenwasser-Meldebögen herausfinden.

Hauseigentümer erhalten Post

Regenwasser-Brief verunsichert

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OER-ERKENSCHWICK - Rund 300 Hauseigentümer haben jetzt Post von der Stadt erhalten – und sind deshalb verunsichert. Es geht um die Regenwassergebühren-Veranlagung. Doch was ist das eigentlich?

Bis 2001 wurde die Entwässerungsgebühr in der Stadt ausschließlich nach dem Frischwasserprinzip ermittelt. Heißt: Das (Gelsen-)Wasser, das zum Trinken, Waschen, Kochen, Duschen und fürs WC verbraucht worden ist, musste auch als Abwasser bezahlt werden.

„Das war aber ungerecht“, sagt der städtische Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak und führt folgendes Beispiel an: Ein Einkaufsmarkt mit einer riesigen asphaltierte Parkfläche davor, leitet nicht nur das verbrauchte Frischwasser, sondern auch jede Menge Regenwasser von seinem Grundstück in die öffentliche Kanalisation. Bis 2001 geschah das kostenlos, danach wurde die städtische Abwassergebührensatzung der aktuellen Rechtsprechung angepasst. Mit der Folge, dass für versiegelte Flächen, von denen Regenwasser in die Kanalisation geleitet wird, auch gezahlt werden muss.

Heißt im Klartext: Jeder Grundeigentümer zahlt eine Schmutzwassergebühr nach dem Frischwassermaßstab und die Regenwassergebühr. Schmutzwasser kostet 3,17 Euro pro Kubikmeter und Regenwasser 7,74 Euro pro zehn Quadratmeter versiegelter Fläche und Jahr. Als versiegelte Fläche gilt jeder Bereich, von dem Regenwasser über Abflüsse und Rohre in die Kanalisation geleitet wird – also zum Beispiel ein Haus oder eine Garage. Keine versiegelten Flächen sind laut Michael Grzeskowiak „lose“ gepflasterte Terrassen oder ebene Garagenzufahrten, auf denen Wasser versickert und nicht in den Straßengully fließt. Seit 2001 bekommen Bauherren nun die Meldebögen zur Ermittlung der Regenwassergebühr mit der Baugenehmigung gleich zugeschickt. „Viele haben diese Meldungen aber bislang nicht gemacht. Das ist bei turnusmäßigen Prüfungen aufgefallen und wird nun nachgefordert“, erklärt Grzeskowiak die städtische Post.

Auf dem Meldebogen sind nur Adresse und Telefonnummer sowie die Größe der versiegelten Fläche einzutragen. Dazu ist eine handgefertigte Skizze, aus der das Gesamtgrundstück und die Lage der versiegelten Flächen hervorgehen muss, beizulegen. Meist sind also – so Michael Grzeskowiak – nur das Haus und die Garage einzuzeichnen. Wer bislang noch keinen Meldebogen abgegeben hat, bei dem wurde – rechtlich abgesichert – ein Versiegelungsanteil von 30 Prozent des Grundstücks angenommen.

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