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Gebannt lauschten die Besucher im Sitzungssaal den Erzählungen von Pessach Anderman, der aus Tel Aviv zugeschaltet wurde.

Als Holocaust-Überlebender

Pessach Anderman erzählt seine Geschichte

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OER-ERKENSCHWICK - „Er hat nie den Mut verloren“, sagte Emily Sawatzki vom Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) über Pessach Anderman. Da ist der 1929 in Galizien geborene Holocaust-Überlebende bereits auf der Leinwand in den Sitzungssaal des Rathauses zugeschaltet. Live aus Tel Aviv berichtet er eindrucksvoll von seinem (Über-)Leben.

Im Rahmen der Reihe „80 Jahre Pogromnacht“ hatte das KiJuPa mit der Friedrich-Ebert-Stiftung dieses Zeitzeugen-Gespräch ermöglicht und intensiv vorbereitet. „Wenn wir an den Holocaust denken, fallen uns zuerst die Konzentrationslager ein. Doch die Vernichtung der Juden in der Ukraine ist eine andere Geschichte, eine der schrecklichsten Massenerschießungen. Und Herr Anderman gehört zu den wenigen, die überlebt haben“, erklärte Dr. Friedhelm Boll von der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Andächtig, beklommen ist die Stimmung bei den Zuhörern, als Pessach Anderman beginnt zu erzählen – vom Typhus-Tod seiner Mutter, weil keine Medikamente da waren, von Prügel und Flucht, von Kälte und Angst. „Ich habe 60 Jahre geschwiegen, weil ich nicht wollte, dass meine Kinder und Enkel in einer düsteren Wolke aufwachsen.“

Doch nun erzählt Pessach Anderman von eisigen Wintern ohne feste Schuhe, von Flucht in meterhohem Schnee, von Massenmorden. Alle paar Tage ist er auf der Suche nach einem neuen Versteck auf Scheunenböden oder Ställen, stets in der Angst entdeckt zu werden. Er erleidet Erfrierungen, Krankheit, Läusebefall, er verliert geliebte Menschen und wird schwerst verletzt. „Und die einzige Waffe, die ich hatte, waren meine Füße, um schnell wegzurennen.“

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