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Die Erfolgsquote der Teilnehmer an den Integrationskursen der heimischen VHS ist höher als im Bundesdurchschnitt.

Integrationskurse

Fast 90 Prozent bestehen die Prüfung

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OER-ERKENSCHWICK - Bundesweit schaffen nur weniger als die Hälfte der Teilnehmer die Deutschprüfung eines Integrationskurses. Diese Zahlen des Bundesamtes für Migration sorgen für Kritik von Bundespolitikern. „Bei uns liegt die Erfolgsquote allerdings bei mindestens zwei Dritteln, oft sogar bei bis zu 90 Prozent“, erklärt der Leiter der Oer-Erkenschwicker Volkshochschule (VHS), Willi Alfs.

Seit dem Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 müssen Nicht-EU-Ausländer, die dauerhaft in Deutschland leben wollen, die Fähigkeit zum alltagstauglichen Beherrschen der deutschen Sprache nachweisen. Qualifiziert werden diese Menschen in den Integrationskursen. Die beinhalten 600 Unterrichtsstunden Deutsch und 100 Stunden Unterweisung in „das Leben in Deutschland“.

„Wir richten im Schnitt drei Kurse pro Semester aus. Die sind allesamt mit rund 20 Teilnehmern ausgebucht. 2005 und in den Folgejahren haben wir vor allem türkische Menschen unterrichtet. Heute sind es Teilnehmer aus den klassischen Flüchtlingsländern im Nahen Osten und Afrika. Die Mehrheit stellen aber Menschen aus Ost- und Südosteuropa“, erklärt Willi Alfs. Wer als Teilnehmer von Sozialleistungen lebt, muss für den Kurs nichts zahlen. Die Kosten übernimmt dann das Bundesamt für Migration. Verfügen die Teilnehmer aber über ein eigenes Einkommen, müssen die einen Eigenanteil von knapp 1400 Euro aufbringen.

VHS-Leiter Willi Alfs hält die Integrationskurse für sehr hilfreich: „Die Resonanz unserer Teilnehmer ist durchweg positiv.“ Problematisch sei aus Sicht von Alfs dagegen die Überbürokratisierung. „Es gibt selbstverständlich auch bei Teilnehmern von Integrationskursen Menschen, die etwas lernschwächer sind und zusätzliche Unterrichtsstunden brauchen. Die Vorschriften sehen vor, dass diese Teilnehmer erst einmal durch eine Prüfung fallen müssen, bevor sie einen Anspruch auf „Nachhilfe“ erwerben. Das sollte man anders regeln und das würde auch die Erfolgsquote erhöhen und vor allem realistischer abbilden“, meint Alfs. Auch deshalb, weil die heimische Volkshochschule die Integrationskurs-Angebote ohne zusätzliches Personal vorhält, erzielt die VHS mit den Geldern des Migrationsamtes Einnahmen, die zur Verringerung des grundsätzlichen Defizits führen. Der Oer-Erkenschwicker Steuerzahler bezuschusst das VHS-Angebot jährlich mit knapp vier Euro pro Einwohner.

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