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Setzen beim Ökumenischen Fest der Begegnung ein Zeichen gegen Ausgrenzung: (v.l.) Radwan und Ahmad Kousa, Pfarrer Reinhard Vehríng, Nassim Sahel, Ali Vael Alhaj und Pfarrer Bernd Schäfer.

Internationales Fest

Ökumene bedeutet auch Solidarität

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OER-ERKENSCHWICK - Rund 150 Besucher kommen zum ökumenischen Fest der Begegnung. Kinder malen Flaggen aus aller Herren Länder. Das Fest ist international, soll ein Zeichen setzen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Auf dem Büfett steht neben Sahnetorte auch syrische Pizza. „Die hat meine Freundin gebacken“, sagt Ali Vael Alhaj (26). Pfarrer Reinhard Vehring schmeckt die Pizza: „Ich esse sowieso lieber etwas Herzhaftes.“ Was ihm nicht schmeckt, ist das, was zuletzt in Chemnitz vorgefallen und sich zurzeit in Berlin um die Causa Maaßen abspielt. „So etwas ist nicht gut für unser Land, das treibt noch mehr Wähler an den rechten Rand“, sagt Vehring. Für den Geistlichen bedeutetet Ökumene auch Solidarität. Und dazu gehörten ebenso die Flüchtlinge, um die sich christlichen Gemeinden am Stimberg kümmern. „Jeder kann etwas gegen Ausländerfeindlichkeit tun. Wir müssen Flagge zeigen wie zum Beispiel mit diesem Fest der Begegnung“, sagt Vehring. Nicht von ungefähr lautet das Motto am Samstag „Offen für Miteinander – einig gegen Ausgrenzung“.

Ahmad Kousa (32) fühlt sich gut aufgehoben in dieser Atmosphäre. Vor drei Jahren ist der Syrer mit seinem Vater vor dem Bürgerkrieg in seinem Heimatland geflüchtet. Er will jetzt noch einen zusätzlichen Deutschkurs belegen, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern: „Ich hoffe, dass ich meine Ehefrau und mein Kind nach Deutschland holen kann. Als ich geflüchtet bin, war meine Frau schwanger. Ich habe meine Tochter noch nie gesehen.“

Das Licht von Bethlehem

Im Gemeindezentrum ist am Samstag jede Menge los. Draußen können die Kinder spielen, drinnen basteln. Es gibt Musikdarbietungen und Tanzvorführungen. Helfer des Laden-Teams zeigen Highlights aus ihrer Kleiderkollektion bei einer Modenschau. „Sie können das alles kaufen, bloß nicht die Sachen, die ich gerade trage“, meinte Moderator Peter Weidensee.

Anfang Dezember wollen katholische und evangelische Christen ein weiteres Zeichen setzen für die vor zehn Jahren besiegelt ökumenische Gemeindepartnerschaft und das Licht von Bethlehem durch die Stadt von St. Josef in alle Kirchen tragen. Pfarrer Bernd Schäfer meint: „Wir müssen uns für die Schwachen einsetzen und Humanität, Solidarität, Barmherzigkeit sowie Geschwisterlichkeit aktiv vorleben.“

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