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Dirigent Patrick Wirth (r.) gibt bei der Probe alles, um die „Seeadler“ in DM-Form zu bringen.

Am 1. Juni geht es nach Osnabrück

Spielmannzug hofft auf ein gutes DM-Resultat

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OER-ERKENSCHWICK - Hört sich richtig gut an! „Highland Cathedral“ spielen die „Seeadler“ zum Warmmachen. Nicht mit Rumtata und Spielmannspfeifen, sondern mit Querflöte und konzertantem Anstrich.

Als „OErchester“-Variante spielt das Tambourkorps „Seeadler“ am Samstag 1. Juni, in Osnabrück nämlich bei der Deutschen Meisterschaft mit. Dirigent Patrick Wirth (30) ist mit der Tonlage nicht zufrieden und zückt das Handy. Auch ein Spielmannszug ist ein bisschen digital: Eine Smartphone-App hilft beim Stimmen der Instrumente. Dann lassen 17 Musiker „James Bond-Themes“ in der Aula der Martin-Luther-King-Schule hören.

Kennt jeder, aber nicht unbedingt in der Version mit elf Querflöten. „Die Akkorde kommen gut. Aber an einigen Stellen waren wir nicht auf dem Punkt. Das Ganze noch mal ab 41“, sagt Wirth an. Thorben (7) dirigiert fleißig mit, knabbert ansonsten an seinen Kesselchips: „Meine Mama spielt auch mit.“ Das ist Ulrike Große-Fahnenschmidt (41). Sie hat auch noch eine Tochter und den Schwiegersohn mit dem Spielmannsvirus infiziert: „Ich musiziere schon 30 Jahre bei den Seeadlern.“ Vor drei Jahren landete der Spielmannszug bei der Deutschen Meisterschaft auf Platz 16 in Liga 2. „Den großen Vereinen können wir einfach nicht das Wasser reichen, aber ein Platz im einstelligen Bereich wäre schon toll“, sagt Thorsten Grutsch (49). Der Waltroper ist musikalischer Leiter des Spielmannszugs, geht bei Open-Air-Auftritten mit dem Taktstock voran. Im Orchester ist Grutsch Schlagwerker, das Dirigieren übernimmt Musik-Profi Patrick Wirth. „Mit unserem Musiklehrer haben wir vor zehn Jahren einen richtig guten Griff gemacht“, meint Vorsitzender Michael Ignaszak. 25 Musiker spielen im „OErchester“. Dazu zählt auch „Gewitter-Mann“ Hermann Schäfer, der noch ganz andere Geräusche machen kann. Heinz Dwinger (71) am Xylofon ist ältester aktiver Seeadler, Florentin Lilla mit 14 Jahren der jüngste.

Am 1. Juni um 14 Uhr ist Ziehung auf der DM-Bühne: zwölf Minuten Zeit für den Vortrag. Neben „James Bond“ hat das „OErchester“ auch noch „Movie Highlights“ im Gepäck. Grutsch meint: „Wir sind zwar Hobbymusiker, aber Ehrgeiz und Willen sind zu 100 Prozent da.“

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