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Mehr Kinder und mehr Elternbeiträge bedeuten nicht sofort, dass die Stadt weniger zahlen muss. Der Zuschussbedarf ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 30 Prozent angestiegen.

Kindergärten

Beitragsstarke Eltern sind Mangelware

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OER-ERKENSCHWICK - In keiner anderen Stadt im Kreisgebiet verfügen die Bürger über so wenig Einkommen wie in OE. Eine der Folgen ist sichtbar, wenn man die Kindergarten-Landschaft unter die Lupe nimmt.

Mehr Kinder in den 13 Einrichtungen bedeuten nicht sofort eine sprudelnde Einnahmequelle für den städtischen Haushalt. „Wir haben jetzt den Stand erreicht, dass für knapp die Hälfte aller Kinder so gut wie keine Beiträge gezahlt werden“, machen die Erste Beigeordnete Gabriele Langemeier-Conrad und Jugendamts-Leiter Detlef Rabas deutlich.

Mit eingerechnet sind zwar auch Geschwisterkinder und Kinder, die sich im letzten Kindergartenjahr befinden. Doch das Hauptproblem ist ein anderes: Im Schnitt leben in OE zu wenige „beitragsstarke“ Eltern. Die Landeszuweisungen für Kindertagesstätten sind zwar von rund 2,9 Mio. (2013/2014) auf aktuell 4,4 Mio. Euro angehoben worden. Doch die Ausgaben für Kosten der kaufenden Zuschüsse an die Träger schnellen ebenso in die Höhe und erreichen in 2018/19 nun rund 8,4 Mio. Euro. Unter dem Strich steht nun ein Zuschussbedarf der Stadt von rund 3,7 Mio. Euro für Kinderbetreuung – das sind satte 30 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Dass in OE der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erfüllt und nicht ein einziges Klage- oder Widerspruchsverfahren angestrebt wurde, sieht die Beigeordnete positiv. Gleichwohl sei die Entwicklung der Kindergarten-Landschaft ein „enormer Kraftakt“, so Langemeier-Conrad.

Und dieser Kraftakt wird weiter anhalten – auch über die klassische Betreuung in den Kindergärten hinaus. Die Zahl der Kinder unter drei Jahren in einer Tagespflege ist in den vergangenen Jahren angestiegen von 28 (Zeitraum 2013/14) auf 61 (2018/19). Folglich steigen auch hier die Ausgaben auf aktuell 450.000 Euro – das sind fast 140.000 Euro mehr als noch vor fünf Jahren. Weil zukünftig mehr Kindergartenkinder prognostiziert werden, liegt der Bau eines 14. Kindergartens auf der Hand. Nur wer soll ihn betreiben? Dass die Stadt keine Eigenregie anstrebt und weiterhin auf eine Lösung mit einem anderen Partner setzt, ist bekannt. „Wir werden jetzt zu einem Gespräch einladen und dann konkret abfragen, wer sich eine Trägerschaft vorstellen kann“, sagt Gabriele Langemeier-Conrad.

Dieses Gespräch soll so schnell wie möglich stattfinden, dann soll auch klar sein, an welchem Standort der neue Kindergarten gebaut werden kann. Auf verändertes Wahlverhalten beim Stundenkontingent werden sich Kindergärten nach Auffassung von Detlef Rabas ebenfalls einstellen müssen. Für 332 von 880 Kindern im Stadtgebiet sind aktuell 45 Stunden gebucht. Das sind fast 100 mehr als 2013/2014. Rabas: „Bei Eltern ist längst ein Sinneswandel eingetreten.“

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