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Gärtner Matthias Schönwälder setzt im Kleingarten zu Anschauungszwecken die Klappsäge an. Rund 30 Interessierte nehmen an dem kostenlosen Praxis-Seminar teil.

Im Kleingarten

Am Baumschnitt scheiden sich die Geister

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OER-ERKENSCHWICK - Auf den richtigen Schnitt kommt es an. Der ist allerdings nicht immer ganz einfach. Im Kleingarten kommen auf einen Obstbaum nämlich mindestens zwei Meinungen.

Für Walter Amberg steht fest: „Baumschnitt ist eine Wissenschaft für sich.“ Nicht nur der 83-Jährige, sondern 30 weitere Teilnehmer – zum größten Teil Kleingärtner – haben bei einem Seminar baumnah mit Zange und Säge immer noch Nachholbedarf. Gärtner Matthias Schönwälder – der Name ist wohl Programm – von der Baumschule Wegmann ist am Samstag Dozent beim Praxis-Seminar in der Kleingartenanlage „Arbeit und Freude“ an der Ahsener Straße. In Nullkommanichts hat er den Grevensteiner Apfel, das Demonstrationsobjekt aus der Baumschule, an allen Ecken und Ende gestutzt.

„Wo sollen da nächstes Jahr noch Äpfel wachsen?", fragt sich mancher Zuschauer angesichts des Radikalschnitts. „Sie müssen den Schnitt schräg ansetzen, dann kann das Wasser besser ablaufen. Mindestens fünf Kronentriebe müssen stehen bleiben“, sagt der Profi-Gärtner. Mit Lackbalsam kann man die Wunden schützen. Sonst könnte der Frost in den Obstbaum ziehen, bevor der Schnitt verheilt ist.

Überhaupt: An der Frage, wann die richtige Zeit für den Pflegeschnitt ist, scheiden sich die Gartengeister. Viele stutzen die Bäume lieber im Februar/März. „Steinobst sollte man überhaupt nicht schneiden, mit Ausnahme von Sauerkirsche und Pfirsich“, meint der Gartenfachberater Wolfgang Kniep. Der Pflaumenbaum von Hermann Hutters (75) in der Parzelle 56 braucht allerdings dringend eine neue „Frisur“ für das nächste Gartenjahr. „Man lernt eben nie aus“, meint Hutters. Schönwälder zeigt, wie es geht – den Rest soll der Kleingärtner selbst erledigen: „In solchen Fällen kann der Schnitt auch mal zwei bis drei Stunden dauern.

Acht Kleingärtner stellen ihre Parzellen für Schnittvorführungen zur Verfügung. Der Apfelbaum von Waldemar Wohlfahrt hat Baumkrebs. Der Profigärtner meint: „Nichts machen, so lange er trägt!“ Der Gartenfachberater will ihn lieber abholzen: „Sporen und Pilze fliegen herum und können andere Bäume anstecken.“ Gartenfreund Dietmar Marciniak wirkt nach dem Seminar etwas verunsichert: „Jetzt bin ich auch nicht viel schlauer als vorher.“

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