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Die rote Nase ist für einen Clown ein Muss – der Hut auch. Mit Theaterpädagoge Michael Haberland lernen die Jungen und Mädchen die Clowns-Kunst: im richtigen Moment genau das Falsche zu tun.

Kulturkreis

Kleine Clowns machen großen Quatsch

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OER-ERKENSCHWICK - Eine rote Nase und ein Hut, mehr braucht es nicht für einen echten Clown. So verwandeln sich 18 Jungen und Mädchen in ihr lustiges Alter Ego.

Denn der Oer-Erkenschwicker Kulturkreis hat zusammen mit dem Jugendamt und dem Familienzentrum „Friedrich von Bodelschwingh“ wieder zum dreitägigen Clowns-Workshop in den Kindergarten an der Stettiner Straße geladen. „Die Kinder müssen den Mut haben, sich zu präsentieren“, erklärt Ulrike Mühlenbrock, die den kostenlosen Workshop, der stets mit einem Mittagessen endet, koordiniert.

Fünf bis elf Jahre alt sind die Jungen und Mädchen, die mit Theaterpädagoge Michael Haberland viel Neues lernen und an sich entdecken. „Zwar funktioniert Clownerie bei Kindern zunächst einmal über das Imitieren, doch langsam entwickeln sie auch ihre eigene Clowns-Figur“, erklärt. Denn ein Clown sei keine Rolle, sondern eine stets individuelle Figur. „Clown-Potenzial steckt in jedem – bei einem mehr, beim anderen weniger. Es ist immer die Frage, was man zulässt. Kinder gehen da natürlich viel ungehemmter ran.“

Auf eigene Fähigkeiten vertrauen

Ein Clown ist ein Artist, dessen primäre Kunst es ist, Menschen zum Lachen zu bringen. Der Begriff „Clown“ kommt von einem englischen Begriff mit der Bedeutung „Bauerntölpel“. - Ab Beginn des 16. Jahrhunderts traten Clowns in den Pausen englischer Bühnenstücke auf. - Neben dem Varieté bildet vor allem die Zirkusmanege die Heimat des modernen Clowns. - Der Clown überschreitet Grenzen der Gesellschaft und wird damit zum Spötter der Realität. - Die ersten großen Vorreiter waren die Pantomime-Künstler Jean-Gaspard Deburau und Joseph Grimaldi, der den modernen Clown mit dem geschminkten Gesicht Anfang des 19. Jahrhunderts in London entwickelte. - Im Cirkus Renz entwickelte Tom Belling die Typologie des „Dummen Augusts“, der anfangs das Geschehene karikierte, später mit einem Weißclown auftrat. - Die krankhafte Angst vor Clowns wird als Coulrophobie bezeichnet.

„Einso, zweio, dreio! Gromolo, herbeio!“ schallt es aus 18 Kehlen. Da erscheint auch schon Clown „Gromolo“ – alias Michael Haberland. Mit roter Schminke auf der Nase und einem lustigen Hut auf dem Kopf verwandeln sich auch die Jungen und Mädchen in kleine Spaßmacher. „Quatschmachen ist toll“, darin sind sich alle einig. Sich präsentieren können, Mut zu haben, sich zu zeigen und auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, das lernen die Kinder in dem Workshop. Aber auch miteinander zu arbeiten steht im Vordergrund. Und eines ist Michael Haberland bei der Arbeit mit den Kleinen besonders wichtig: „Bei Kindern ein Lachen zu erzeugen.“ Und davon gibt es hier ganz besonders viel…

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