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Auch Dagmar Werner (l.) kommt regelmäßig zum Wochenmarkt. Bei Silvia Franz deckt sie sich mit Suppengemüse ein. „Für die Hühnersuppe. Die Waren sind einfach frischer hier.“

Kunden wünschen mehr Vielfalt

Ein eisiger Bummel über den Wochenmarkt

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OER-ERKENSCHWICK - Dienstagvormittag auf dem Wochenmarkt auf dem Berliner Platz. Der kalte Wind weht, Händler und Kunden sind dick eingemummelt. Acht Stände bieten ihre Waren an. Doch was wünschen sich die Oer-Erkenschwicker von „ihrem“ Wochenmarkt? Und wie schützen sich die Marktbeschicker vor der in die Knochen kriechenden Kälte? Eine Stunde auf dem Markt:

10.39 Uhr:

Dem Januar ist es wohl geschuldet, dass der Berliner Platz leer wirkt. Einige Händler machen Winter-Pause. Wurst, Fleisch, Fisch, Gemüse, Backwaren und Kleidung sind erhältlich. Bei der Kälte bleiben auch einige Kunden lieber im Warmen…

10.47 Uhr:

Beate Bresser schlendert über das Pflaster des Berliner Platzes. Ein Suppenhuhn und Eier liegen bereits in der Tasche. „Ich bin regelmäßig dienstags auf dem Wochenmarkt. Ich habe hier meine Lieblingsstände. Es ist Schade, wenn sie nicht da sind. Aber ein bisschen mehr Auswahl wäre schön“, erzählt die 56-Jährige bevor sie weitergeht, denn Obst und Gemüse stehen noch auf der Einkaufsliste.

"Der Platz ist ideal"

11.03 Uhr: Kerstin und Udo Aufderheide machen Halt am Stand von Margareta Frischmuth. Brot brauchen sie noch, und für Tageskind Lara (2) gibt‘s einen GratisKeks. „Schade ist, dass es hier nichts für Kinder gibt. Eigentlich bräuchte es hier mehr von allem, was man halt so täglich braucht“, erzählt Kerstin Aufderheide.

11.12 Uhr:

Es fehlte noch der Fisch, dann haben Werner Recker und Theodora Finke ihren Wochenmarkt-Einkauf erledigt. „Wir kommen regelmäßig her, im Sommer ist das Angebot auch größer. Der Platz ist wirklich ideal, auch Parkplätze sind vorhanden. Doch die Resonanz könnte größer sein. Ein Käsestand ist leider nicht angenommen worden. Die Attraktivität müsste gesteigert werden“, erzählen die 70-Jährige und der 65-Jährige.

11.16 Uhr:

Eine Dame mit Rollator schnüffelt durch das Angebot an Handtaschen. Gekauft wird aber keine. Da laufen die Geschäfte beim Obst- und Gemüsehändler um die Ecke besser.

11.18 Uhr:

Flink packt Silvia Franz die Clementinen in eine Tüte, die Handgriffe sitzen. Mehrere Pullis, zwei Paar Socken und dicke Schuhe schützen vor der Kälte. Dank Windschutz und zwei Öfen herrschen am Borkenstein-Stand fast schon gemütliche 14 Grad, auch Obst und Gemüse danken es.

Heißer Kaffee gegen den frostigen Wind

11.24 Uhr: Kurze Verkaufspause für Silvia Franz. Heißer Kaffee hilft gegen die Kälte. Ihr Chef Dirk Borkenstein gesellt sich dazu: „Etwas mehr jüngere Kundschaft wäre schön.“ Die frische Ware müsste eigentlich locken…

11.37 Uhr:

Marktfrau Silvia Franz weiß: „Alle Kohlsorten wie Rosen- und Blumenkohl oder Brokkoli sind gefragt, und sind günstig zu haben.“ Saison hat gerade der Grünkohl, den gibt es bereits für 1,90 Euro das Kilo. - Für den extra Vitamin-Schub sind bei den Wochenmarkt-Kunden aber auch Zitrusfrüchte wie Clementinen, Zitronen und Orangen gefragt. Und auch Äpfel der Sorte Elstar sind begehrt. - Wenn‘s draußen kalt ist, dann ist Suppenzeit. Entsprechend viele Suppenhühner gehen erst über die Theke und dann in den Kochtopf. - Metzger Michael Toni Tewes weiß: „Die Leute haben bei diesen Temperaturen Lust auf etwas Deftiges, entsprechend sind derzeit Kassler und Mettwurst sehr gefragt.“ Da kommt die Grünkohl-Saison gerade recht, vor allem, weil nun auch der Frost über das Gemüse gegangen ist. - Aber auch Suppenfleisch wird gerne gekauft.

Michael Toni Tewes erscheint, um Mitarbeiterin Brigitte Pissowotzki zu unterstützen. „Bewegen hilft gegen die Kälte“, erzählt der Metzger. Da haben es regungslos daliegende Frikadellen schwerer, die frieren auch mal an der Thekenscheibe fest. „Wir freuen uns immer sehr, dass unsere Stammkunden bei Wind und Wetter uns und dem Markt die Treue halten. Wir Markthändler wollen doch ein komplettes Einkaufserlebnis bieten, da ist es schade, dass zum Beispiel Molkerei-Produkte fehlen.“ 11.39 Uhr: Die Stunde auf dem Wochenmarkt ist schnell vergangen. Bald räumen die Markthändler ihre Waren ein, schälen sich daheim aus ihren vielen Schichten wärmender Kleidung. Die Kunden gehen zufrieden heimwärts. Und so manches Suppenhuhn landete wohl nur kurze Zeit später im Suppentopf…

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