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Plastikmüll verschmutzt nicht nur Strände, sondern vor allem auch die Meere.

Kunststoffabfall

„Plastik-Fasten“ beginnt schon beim Einkaufen

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OER-ERKENSCHWICK - Kunststoffabfall vermüllt die Meere und landet später wieder auf unseren Tellern. Die ersten Geschäfte vor Ort reagieren darauf.

Die Mitglieder der Kolpingsfamilie St. Peter und Paul staunen nicht schlecht: „Es gibt sieben große Müllstrudel in den Ozeanen. Einer ist beinahe so groß wie Frankreich“, sagt Birgit Schlüter. Die Architektin aus Nottuln, die sich mit diversen Projekten der Rettung der Weltmeere verschrieben hat, hält bei ihrem Vortrag im Oerer Pfarrheim bedrückende Fakten parat: „Eine Plastiktüte ist durchschnittlich 25 Minuten im Gebrauch. Aber ihre Zersetzung im Meer dauert gut 400 Jahre. Dann wird sie als Mikroplastik von den Fischen aufgenommen, die wir später essen. Wir bekommen also unsere Müllsünden irgendwann und irgendwie wieder zurück auf den Tisch“, erläutert die Umweltaktivistin in ihrem Vortrag zum Thema „Plastik-Fasten“.

Plastik-Fasten? Wie funktioniert das? „Jeder kann seinen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten. Wirklich jeder“, sagt Birgit Schlüter. „Der erste Schritt ist, für die Vermüllung der Meere ein Problembewusstsein zu entwickeln. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass man selbst mit seinem Konsum ein Teil des Problems ist.“ Der nächste Schritt sei die Informationsbeschaffung. „Da sollte man von Zeitungen bis hin zum Internet alle Möglichkeiten nutzen“, wirbt Birgit Schlüter. Danach sei man als Verbraucher in der Lage, seine Macht als Konsument zu nutzen. „Dazu sollte man sich vor dem Einkauf stets die Frage stellen, ob man die Dinge auf seiner Liste auch wirklich braucht. Und dann sollte man möglichst unverpackt einkaufen“, rät Birgit Schlüter.

Wie halten Sie es mit dem „Plastik-Fasten“? Wie vermeiden Sie Plastik- und Verpackungsmüll? Melden Sie sich bei uns zu dem Thema. Rufen Sie an unter 02368 / 91 72 44 10 (Jörg Müller) oder mailen Sie an szredaktion@medienhaus-bauer.de

Unverpackt einkaufen, das funktioniert übrigens nicht nur in spezialisierten Geschäften. Auch der Einzelhandel in Oer-Erkenschwick stellt sich immer mehr um. Beispiel Edeka Zieles: Dort ist es seit kurzem möglich, die Produkte aus der Fleisch- und Wursttheke verpackungsfrei einzukaufen. Wer möchte, kann seine – gereinigte – Mehrwegdose mitbringen und die gekauften Lebensmittel werden dann darin transportiert. Das bietet auch Iris Rasch in ihrem Wurstshop an der Stimbergstraße an. „Auf Wunsch verzichten wir bei Wurst und Käse auch auf die Kunststoff-Trenner zwischen den einzelnen Scheiben“, sagt Iris Rasch. Verpackungsmüll vermeiden wollen auch die Mitglieder der Interessengemeinschaft Dorfmarkt Oer. „Wenn wir als Veranstalter Lebensmittel wie Reibekuchen verkaufen, dann müssen Besucher ihre eigenen Boxen mitbringen“, sagt Mitorganisatorin Martina Eißing.

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