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Justizzentrum Bochum, Ostring, neuer Sitz von Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht sowie Staatsanwaltschaft Bochum am 05.01.2018 . Foto: Thomas Nowaczyk

Landgericht Bochum

„Zahnstocher-Einbrecher“ zeigen sich geständig

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OER-ERKENSCHWICK - Die mutmaßlichen „Zahnstocher-Einbrecher“ von Oer-Erkenschwick, RE und Datteln haben am Montag am Bochumer Landgericht angekündigt, weitreichende Geständnisse abzulegen.

Den drei Angeklagten (28/32/48) drohen nichtsdestotrotz mehrjährige Gefängnisstrafen. Die Richter haben dem Trio klar signalisiert, dass selbst bei umfassenden Geständnissen nicht mal mehr die winzigste Möglichkeit auf eine Bewährungschance besteht. Der vielfach vorbestrafte Hauptangeklagte (48) müsse selbst bei einem Geständnis mit einer Haftstrafe von bis zu sechs Jahren und zwei Monaten Haft rechnen. Seine zwei Mitangeklagten könnten am Ende im für sie ungünstigsten Fall zu drei Jahren und neun Monaten beziehungsweise vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt werden. Hintergrund für diese Strafmaßankündigung waren formelle Verständigungsgespräche zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht.

Laut Anklage hat das in Oer-Erkenschwick lebende Trio zwischen Juni 2017 und Februar 2018 mithilfe eines perfiden Zahnstocher-Tricks reihenweise Ein- und Zweifamilienhäuser in Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Datteln ausgeräumt. Die Angeklagten sollen gezielt offensichtlich von Bewohnern zeitweise verlassene Wohnhäuser mit heruntergelassenen Rollos ausgespäht haben. Dort platzierten sie laut Staatsanwaltschaft einen kleinen Zahnstocher in einem der Rollladen-Schlitze. War das minimale Einbrecher-Markierungs-Stäbchen zwei Tage später noch immer an derselben Stelle, waren sich die Täter sicher, dass sie für einen Coup ausreichend Zeit haben werden.

Blickt man auf die in der Anklageschrift aufgelisteten Beutestücke wie zum Beispiel Klopapier, Bettwäsche, ein Liter Milch oder eine tief gefrorene Gans, könnte man fast meinen, dass sie nebenbei ihre Einkäufe erledigten. Der Wert der Gesamtbeute – überwiegend Bargeld, Schmuck und Elektronikartikel – soll sich auf rund 120.000 Euro belaufen. In OE waren die Täter unter anderem in Häuser „An der Aue“, der Ewaldstraße, der Lippestraße und der Konrad-Adenauer-Straße eingebrochen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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