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Der Lehrermangel und die Folgen

„Bufdi“ statt Sonderpädagoge

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OER-ERKENSCHWICK - Als Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) jetzt verkündete, landesweit würden rund 15.000 Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen fehlen und man wolle auch mehr Seiteneinsteiger gewinnen, da horchten auch die Oer-Erkenschwicker Schulleiter auf. Ihnen allen ist die Problematik klar – und alle starten Mitte kommender Woche mit einer „auf Kante“ genähte Personalplanung in das Unterrichtsjahr 2018/2019.

„Die Grundversorgung ist gewährleistet, aber einen Überhang gibt es eben auch nicht“, stellt beispielsweise Gabriele Engfer, Leiterin der Albert-Schweitzer-Grundschule an der Königsberger Straße, fest. Wie auch nahezu alle ihre Kollegen im Stadtgebiet berichtet auch Engfer, dass die Personallage „ein wenig entspannter“ ist.

Doch dass sich das auch wieder ändern kann, liegt auf der Hand. Also bleibt 2018/19 das Thema Personalsituation weiterhin eine Gleichung mit vielen Unbekannten – was an der Schweitzer-Schule auch für die zukünftige Besetzung des Chefsessels gilt. Rektorin Gabriele Engfer verabschiedet sich nach mehr als 40 Jahren im Schuldienst zum 1. Februar in den Ruhestand. Ob es überhaupt verzugslos eine Nachfolgelösung geben wird, weiß bislang niemand.

Wie zäh sich das Ringen um eine Veränderung in der Schullandschaft darstellt, beweist eine Geschichte aus dem Willy-Brandt-Gymnasium (WBG). Seit vier Jahren werden dort inzwischen auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in sogenannten Klassen gemeinsamen Lernens (Inklusionsklassen) unterrichtet. Was allerdings weiter fehlt, ist ein Sonderpädagoge. WBG-Direktor Christian Huhn und eine Elterninitiative hatten die Dringlichkeit des Themas vor wenigen Monaten in einem persönlichen Gespräch mit NRW-Staatssekretär Mathias Richter (FDP) dargelegt.

Positive Nachrichten gibt es indes nicht. Ein Sonderpädagoge fehlt weiter – und so blieb der Schule nichts anderes übrig, eine andere Lösung zu suchen. Huhn schrieb eine auf zwölf Monate angelegte Stelle für den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) aus. Diese wird nun mit einer frisch gebackenen Abiturientin besetzt, die die Inklusionsklassen unterstützt. Das „Bufdi-Modell“ griff am WBG schon im vergangenen Schuljahr – durchaus erfolgreich. „Wir sind wirklich sehr froh, dass wir die jungen Menschen hatten und haben“, sagt Huhn. Gleichwohl könne das keine dauerhafte Lösung sein, um Kinder mit Förderbedarf fachgerecht zu unterstützen.

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