+
Ab Oktober wird die Rapener Marienkirche zur Großbaustelle. Beim Pfarrfest am Wochenende wurde schon einmal ein Baustellenschild vor dem denkmalgeschützten Kirchenbau aufgestellt.

Letzte Messe Ende September

Oer-Erkenschwick: Rapens Pfarrkirche wird zur Großbaustelle

  • schließen

OER-ERKENSCHWICK - Am Sonntag, 22. September, wird im Gotteshaus der Gemeinde St. Marien die vorerst letzte Messe gelesen. Danach beginnt die rund 1,8 Millionen Euro teure bauliche Integration des Pfarrheims in den Gebetsraum.

Jetzt steht es fest: Ab 1. Oktober haben Handwerker das Sagen in der Rapener Pfarrkirche St. Marien. Dann wird die Kirche zur Großbaustelle. Nach rund einem Jahr soll sie wieder „eröffnet“ werden – mit integrierten und flexiblen Pfarrheim – aus Glas. Für die Gemeindemitglieder bedeutet das: Am Sonntag, 22. September, wird die vorerst letzte Messe in der 1963 eingeweihten Pfarrkirche gelesen. Für die Umbauzeit weichen die Katholiken in ihr Pfarrheim aus. Das soll später abgerissen werden.

Oer-Erkenschwick: Technische Besonderheit als Grund für Denkmalschutz

Der Kirchbau steht übrigens seit dem Frühjahr unter Denkmalschutz. Neben vorwiegend architektonischen Gründen unter anderem auch deshalb, weil die Kirche auf nur vier „Füßen“ steht. An diesen Punkten kann man das Bauwerk jeweils um einige Zentimeter hoch- und runterkurbeln und so wieder in die Waage stellen. Denn die Kirche wurde im Bereich der Bickefelder Störung, einem Bergbausenkungsgebiet, gebaut. Noch warten der Architekt und die Kirchengemeinde auf die Baugenehmigung durch die Stadt. Gibt die – erwartungsgemäß – grünes Licht, dann wird das 1,8 Mio. Euro teure Projekt ab Oktober in Angriff genommen. Notwendig geworden ist die Umbaumaßnahme, weil die Gemeinde St. Marien nach den Vorgaben des Bistums Münster hinsichtlich ihrer Gebäudeflächen in Bezug auf die Zahl der Gemeindemitglieder zu groß ist. Sie muss sich also verkleinern.

Oer-Erkenschwick: Abtrennung erfolgt mit flexiblen Glaswänden

Dazu werden nun im linken Teil des Kirchenschiffs ein Pfarrbüro, eine Küche und WC-Anlagen integriert. Und in der Mitte werden flexible Glaswände und eine Holz-Zwischendecke eingezogen. „So stehen uns dann in der Kirche zwei Pfarrheim-Räume, die auch gemeinsam genutzt werden können, zur Verfügung“, erklärt Heinrich-Josef Schlathölter vom Bauausschuss der Gemeinde St. Marien. Bei „Theaterbestuhlung“ könnten in dem „Innen-Pfarrheim“ bis zu 200 Menschen sitzen. Im Kirchenraum sollen später stets 100 Stühle stehen. Besonders praktisch an der geplanten Doppelnutzung ist, dass bei großen Messen beispielsweise zu Weihnachten oder zu Ostern die Pfarrheim-Wände beiseite geschoben werden können und so Platz für rund 100 weitere Kirchenbesucher geschaffen wird.

Oer-Erkenschwick: Kirchen-Innenraum wird zukünfig ebenerdig sein

1,8 Millionen Euro werden in den Umbau der Kirche durch das Bistum in Münster investiert. Der neue Kirchen-Innenraum wird nach dem Umbau ebenerdig sein. Bislang liegt der Altarraum eine Stufe höher als das eigentliche Kirchenschiff. Allerdings stellt diese Änderung den beauftragten Architekten durchaus vor statische Herausforderungen, die aber, so die Gemeinde, gelöst sind. Nicht mehr genutzt wird die Empore, auf der sich die alte Pfeifenorgel befindet und von der der Kirchenchor bislang gesungen hat. Heinrich-Josef Schlathölter, der seit Jahrzehnten auch Chef des Kirchenchores ist, hofft, die Sängergruppe künftig direkt hinter dem Altar platzieren zu können. Denn der Altar wird ebenfalls neu gebaut. Er rückt ein Stück weiter nach innen, so dass hinter ihm ausreichend Platz vorhanden ist. „Wir müssen natürlich zuerst einmal die Akustik prüfen, aber ich bin zuversichtlich“, sagt Heinrich-Josef Schlathölter.

Oer-Erkenschwick: Gemeinde muss 10.000 Euro selbst aufbringen

Das Bistum hat die Gemeinde übrigens verpflichtet, sich an den Baukosten mit einer Summe von 10.000 Euro zu beteiligen. Bislang sind schon Spenden und Erlöse in Höhe von 4200 Euro eingegangen. Aber bis Oktober ist noch Zeit. Bis dahin muss auchr noch geklärt werden, wie und durch wen die Entweihung der Rapener Pfarrkirche am 22. September vorgenommen wird. Und: Wo werden zwischenzeitlich die Reliquien aus dem eigentlich „falsch herum“ stehenden Kirchenaltar zwischengelagert?

Übrigens: Bereits vor fünf Jahren wurde intensiv über die Umgestaltung der Rapener Pfarrkirche diskutiert.

Klare Ansage vom Bischof - Pfarrer Vehring darf die Rapener Reliquien selber umbetten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Parkchaos rund um das Hülser Freibad
Parkchaos rund um das Hülser Freibad
Unfall an der Kreuzung "Im Knäppen"/ Brambauerstraße: Jetzt gibt es Details
Unfall an der Kreuzung "Im Knäppen"/ Brambauerstraße: Jetzt gibt es Details
RevuePalast Ruhr - so erfolgreich lässt Christian Stratmann die Travestie-Puppen tanzen
RevuePalast Ruhr - so erfolgreich lässt Christian Stratmann die Travestie-Puppen tanzen
Spektakuläre Flucht Bochumer Häftling bleibt verschwunden - Grobe Mängel in der JVA 
Spektakuläre Flucht Bochumer Häftling bleibt verschwunden - Grobe Mängel in der JVA 
Erst stieg nur Rauch aus Paketwagen auf - dann wurde es noch schlimmer
Erst stieg nur Rauch aus Paketwagen auf - dann wurde es noch schlimmer

Kommentare