Maria 2.0 in Oer-Erkenschwick

Aktion setzt sich für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche ein

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OER-ERKENSCHWICK - Mit der Aktion „Maria 2.0“ setzen sich Frauen für mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche ein – auch in Oer-Erkenschwick.

Was nützt es, wenn Zustände beklagt werden, aber niemand etwas ändert? Das dachten sich auch die Frauen der Gemeinde Christus König, und luden im Rahmen der Aktion „Maria 2.0“ zum Gottesdienst in die Christus-König-Kirche ein. Mit der Aktion „Maria 2.0“ treten Frauen in den „Kirchenstreik“ und wollen stattdessen mit alternativen Aktionen auf ihre eigene Bedeutung in der Kirche und auf ihre Forderungen nach Gleichberechtigung, nach Überstellung von Missbrauchstätern an weltliche Gerichte, oder der Aufhebung des Pflichtzölibats Gehör verschaffen.

Frauen werden durch amtskirchliche Strukturen „draußen“ gehalten. Daher fand die Aktion vor den Kirchentüren statt. Annegret Rotthoff, Teamsprecherin der Frauengemeinschaft, erzählt: „Der Kirchplatz war gefüllt mit begeisterten Menschen. Es muss sich etwas ändern, sonst hat die Kirche ganz verloren. Gottes Wort gilt für alle und für alle Zeit, nur braucht es Menschen, die dieses Wort in ihrem Leben sichtbar machen. Die Frauen in der Gemeinde Christus König sind bereit.“

Forderung nach Gleichberechtigung

Maria 2.0 ist keine Gruppe einer bestimmten Gemeinde, sondern eine freie Initiative von Frauen. Es startete mit einem Offenen Brief an Papst Franziskus. Dieser Brief kann als Online-Petition von jedem, der die darin formulierten Ansichten und Forderungen unterstützt, noch bis zum 18. Mai unterzeichnet werden. - Kritikpunkt ist, dass seit Jahren die immer gleichen Fragen diskutiert werden und dass trotz allseits beteuerter Reformbereitschaft die Abschaffung bestehender männerbündischer Machtstrukturen nicht in Sicht ist. - Die Petition gibt es unter: www.medienhaus-bauer.de/maria

Das Thema Gleichberechtigung wird die Arbeit der katholischen Frauen in diesem Jahr prägen, verschiedene kreative Aktionen sind geplant. Rotthoff gibt zu bedenken: „Wir haben längst vergessen, was nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil schon längst zur Normalität gehörte, wir wurden unbemerkt in eine alte Zeit zurückversetzt. Damit soll jetzt Schluss sein. Dazu braucht es viel Geisteskraft und Mut. Aber Kirche, das „Das-sind-Du-und-ich“, ist – Gott sei Dank – nicht tot zu kriegen.“

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