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Haben das Taubenwohl im Sinn: (v.l.) Annette Lindecke, Martel Fil, Ulrike Zoll, Verena Schneider, Janna, Jana, Miriam Haberzettel und Ulrich Lukowski.

Marktstraße

Tierschützer tauschen Taubeneier aus

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OER-ERKENSCHWICK - An der Marktstraße gurrt es aus 25 Kehlen. Lange ist bekannt, dass sich Tauben die Fassaden und Vordächer der dort zum Teil leer stehenden Gebäude als ihre Heimat gewählt haben. Tierschützer kümmern sich um die Gefiederten, um die Population zu kontrollieren.

Verena Schneider vom Oer-Erkenschwicker Tierschutzverein, die bei ihrer Arbeit tatkräftig vom Dattelner Verein „Ruhrpott-Möwen“ und Privatpersonen unterstützt wird, tauscht seit 2006 auf dem Parkdeck der Neuen Mitte Taubeneier aus – mittlerweile mehr als 1.000. Die Population ist so von 45 auf sechs Tauben geschrumpft. Gleiches haben die Aktivisten nun auch an der Markstraße vor. „Die Tiere sind standorttreu. Eine Umsiedlung ist nicht möglich, da sie immer zurückkehren“, erklärt Martel Fil von den „Ruhrpott-Möwen“. 30 Eier wurden bereits ausgetauscht. Dringend werden für die Arbeit aber noch Helfer gesucht. „Es reicht schon, wenn jemand mal eine Stunde Zeit hat“, sagt Verena Schneider.

Zwei junge Taubenfreundinnen kümmern sich seit einem Jahr um die Gefiederten. Der Schulweg der Gymnasiastinnen Jana (12) und Janna (13) führt über die Marktstraße. „Einmal haben wir eine Taube gesehen, der ein Bein fehlte“, erinnert sich Jana. Dieses Elend wollten sich die Mädchen nicht länger anschauen. Nun füttern sie die Tauben täglich mit Weizen, Mais oder Linsen – nur so viel, dass nichts übrig bleibt. „Liegen hier Brot oder Essensreste, ist das nicht von uns“, erklärt Schneider. Unterstützt werden die Mädchen von ihren Eltern, die zum Beispiel verletzte oder kranke Tiere zum Arzt bringen. „Die Population an der Markstraße ist durchaus gesund. Die Tiere übertragen keine Krankheiten“, sagt Martel Fil.

Wer helfen möchte, meldet sich beim Tierschutzverein, Tel. 0 23 68/69 28 55 - www.ruhrpottmoewen.de

Auch einige Nachbarn helfen mit, und das Provinzial-Büro stellt für die Taubenschützer eine Leiter unter. „Leider werden wir oft blöd angesprochen oder bedroht“, erzählt Janna. Dabei ist das städtische Ordnungsamt über die Taubenschutzaktion informiert. Und das Füttern hat gleich mehrfachen Nutzen: Haben die Tiere keinen Stress durch Futtermangel brüten sie weniger, und sie lassen sich leichter einfangen.

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