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Das analoge Erzähltheater aus Holz (Kamishibai) ist im AWO-Familienzentrum an der Schumannstraße genauso fragt wie das digitale Easi-Speak-Mikrofon oder das Tablet: (v.l.) Jamil (5), Simon (4), die stellvertretende Leiterin Viktoria Cornelius, Emma (4), Alina (6) und Leiterin Heike Göppenhammer.

Medienbildung im Kindergarten

Tablet & Co. fördern Sprache und Kreativität

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OER-ERKENSCHWICK - Sind Bauklötze von gestern? Die Kindergarten-Zukunft wird digital. Beim Modellprojekt „Medienbildung in der Kita“ arbeiten zwei Einrichtungen schon mit Tablets und Sprechklammern.

Das Institut für soziale Arbeit, der Verein Blickwechsel und die Uni Köln haben die Familienzentren der AWO an der Schumannstraße und der evangelischen Kirche an der Stettiner Straße intensiv vor Ort bei dem Projekt begleitet. Von den digitalen Medien ist das AWO-Team restlos begeistert. „Das Mikrofon mit digitaler Sprachaufzeichnung ist nur eine Ergänzung, aber es fördert die Sprachentwicklung der Kinder enorm“, sagt Heike Göppenhammer.

„Easi- Speak“ heißt das Kindermikrofon. Ob bei der Exkursion oder beim Großeltern-Nachmittag – der Nachfolger des analogen Kassettenrekorders ist jetzt immer mit dabei. Die Erzieherinnen haben festgestellt, dass den Kindern mit diesem digitalen Helferlein das Erzählen leichter fällt. Jamil (5) fasst das so zusammen: „Ich kann reden mit dem Mikrofon (5).“ Smartphones, Tablets und Computer kennen die meisten Kinder von zu Hause. Benutzt werden diese Medien in der Regel hauptsächlich, um zu spielen. Dabei lassen sie sich viel kreativer einsetzen. Zum Beispiel mit einer eigenen Wetter-App. Mit der „Green Screen“ lassen sich Kinder sogar als Supermann verkleidet in die Wüste beamen. Besprechbare Buzzer sagen auf Händedruck an, wie das Wetter wird. Ein Tablet eignet sich als digitales Bilderbuch genauso wie als Zeichenbrett. Meint auch Alina (6): „Mit dem Tablet kann ich ohne Pinsel schön malen.“

Auch die Eltern sind angetan von der neuen digitalen Kindergartenwelt. „Vor allem, wenn sie auf Videos ihren Nachwuchs bei Kindergarten-Aktionen sehen“, sagt Karin Klückmann, Leiterin des Friedrich-von-Bodelschwingh-Familienzentrums. Neben dem Projekt-Budget für Hardware konnte die Einrichtung noch Geld bei anderen Sponsoren locker machen. In allen drei Gruppen zählen Tablet, PC und Kamera inzwischen zur Grundausstattung. Für Forschungszwecke können die Kinder zwei USB-Mikroskope einsetzen.

Sogar das Mittagessen gibt es an der Stettiner Straße jetzt digital. Allerdings nur in der Vorschau – als Bild und zusätzlich als Ansage über eine Sprechklammer. Gegessen wird immer noch analog. Mit dem Modellprojekt erschließen sich für die Kinder viele neue digitale Welten – zum Beispiel als Filmemacher. Mit Kamera und Tablet sind Stop-Motion-Filme (Zeichentrickfilme) schnell gemacht.

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