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Muammer Simsek und Mürsel Türkyilmaz vom Milli-Görüs-Vorstand präsentieren die Planzeichnung aus ihrem Bauantrag für das an der Werderstraße geplante Minarett.

Minarett ja – Gebetsruf nein

Milli-Görüs-Gemeinde will kein „Störfaktor“ sein

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OER-ERKENSCHWICK - Die türkisch-islamische Milli-Görüs-Gemeinde mit Sitz an der Werderstraße hat mit ihrem Bauantrag für ein Minarett neben der Moschee für Aufsehen gesorgt. Rapener Bürger haben Unterschriften gesammelt und fordern wie die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im Vorfeld des Turmbaus weitere Informationen. Die hat die Gemeinde jetzt geliefert. Wichtigster Punkt: Es ist nicht beabsichtigt, dass von dem Minarett ein öffentlicher Gebetsruf ertönt.

„Wir verfolgen seit längerem die Diskussion über den Gebetsruf in Oer-Erkenschwick“, schreibt Muammer Simsek vom Vorstand der Milli-Görüs-Gemeinde. Damit meint er den Gebetsruf, der seit Herbst vergangenen Jahres per Lautsprecher vom Gebäude der staatskirchlichen türkischen Ditib-Gemeinde an der Klein-Erkenschwicker-Straße jeden Freitagmittag erklingt.

Gegen diesen Gebetsruf, genauer gesagt, gegen die städtische Erlaubnis für den Betrieb einer Lautsprecheranlage zu diesem Zweck, haben zwei Bürger Widerspruch eingelegt. Wahrscheinlich muss sich das Gelsenkirchener Verwaltungsgericht mit dem Fall beschäftigen.

„Wir möchten hiermit klarstellen, dass das Minarett nicht für den Gebetsruf genutzt wird. Wir sind uns dessen bewusst, dass der Gebetsruf zurzeit verstörend für die Anwohner sein kann. Daher möchten wir kein Störfaktor in unserer Stadt sein und unser friedliches Zusammenleben durch den Gebetsruf nicht gefährden“, erklärt Muammer Simsek weiter.

Der Bauantrag für die Errichtung des 15 Meter hohen Minaretts direkt neben dem Moscheegebäude liegt der Stadtverwaltung vor. Entschieden ist über das Begehren allerdings noch nicht. „Der Vorgang befindet sich noch in Bearbeitung“, sagt der städtische Pressesprecher Peter Raudszus.

Knapp 3.000 Menschen mit türkischen Wurzeln leben in Oer-Erkenschwick. Das entspricht fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. - Die meisten der türkisch-stämmigen Mitbürger sind muslimischen Glaubens und Mitglied in einer der drei islamischen Gemeinden, die allesamt im Ortsteil Rapen angesiedelt sind. - Die staatskirchliche türkisch-islamische Gemeinde befindet sich in der Ditib-Moschee an der Klein-Erkenschwicker-Straße, die Gemeinde Milli-Görüs an der Werderstraße. An der Holtgarde gibt es eine dritte Gemeinde.

Der Technische Beigeordnete der Stadtverwaltung, Bernd Immohr, hat bereits vor Tagen erklärt, dass er den Bauantrag für baurechtlich unproblematisch und für genehmigungsfähig hält. Daraufhin haben die Ratsfraktionen von SPD, CDU, der Grünen, der Linkspartei, der BOE und auch der UBP auf Nachfrage mitgeteilt, dass sie sich politisch nicht gegen den Minarett-Bau sträuben würden.

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