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Renate Schmidt rührt noch mal den Eintopf um.

Mittagsessen-Aktion

Koch-Team zaubert in der Friedenskirche

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OER-ERKENSCHWICK - Wenn sich der Klang von Kirchenliedern mit dem Brutzeln der Reibekuchen mischt, dann ist wieder Mittagessen-Aktion. Damit auch am Sonntagmittag alle satt und zufrieden die evangelische Friedenskirche verlassen, dafür ist ein Team aus engagierten Ehrenamtlichen zuständig.

Schon lange vorher werden Rezepte herausgesucht und Einkaufslisten geschrieben. Es ist viel Arbeit – und keine selbstverständliche. „Doch es macht einfach sagenhaft viel Spaß. Sich zu engagieren, das ist doch selbstverständlich“, erzählt Dörte Heidenreich. Essen für den guten Zweck, das ist das Motto der Aktion. Denn der Erlös wird stets gespendet, dieses Mal der Telefonseelsorge (siehe Info).

Es ist Anfang Februar, das kann nur bedeuten: Es ist Reibekuchen- und Suppen-Zeit. Pünktlich mit Beginn des 11-Uhr-Gottesdienstes brutzelt daher die Kartoffelspezialität in den großen Pfannen – Leihgaben der Erkenschwicker Schützen und des Marienstifts –, stets gut bewacht von Ute Mathwig und Dörte Heidenreich. Ein eingespieltes Reibekuchen-Team. „Es ist eine tolle Aktion für die Geselligkeit und Gemeinschaft“, meinen die Frauen und sind voll des Lobes. Denn zum Kochteam gehört auch das Küsterpaar Helmut und Anna Petri, das im Hintergrund auch für gedeckte Tische sorgt. Und dass alles zum Kochen bereit ist.

17,5 Kilo Kartoffeln geschält

Gekocht wird übrigens in zwei Gruppen. „Aber wir unterstützen uns gegenseitig“, erzählt Ute Mathwig, während sie die nächsten knusprig goldbraunen Versuchungen aus dem heißen Fett hebt. Schräg hinter den Frauen steht die Zehn-Liter-Öl-Flasche, und vor ihnen das riesige Gefäß mit Reibekuchen-Teig. „So hergestellt, wie ich es auch zuhause mache. Mit frischen Kartoffeln, Haferflocken, Muskat und Eiern“, erklärt Dörte Heidenreich. „Wir kochen richtig, bereiten nicht nur zu.“ Das bedeutet aber auch, dass am Vortag 17,5 Kilo Kartoffeln geschält und gerieben werden mussten. Alles ist frisch und selbst gemacht, auch das Apfelmus.

Das gilt natürlich auch für die Suppen von Renate Schmidt. Mit dem Löffel in der Hand passt sie auf, dass bloß nichts anbrennt. Auf dem Herd blubbert ein Bohnen-Möhren-Eintopf. Ein neues Rezept, das die passionierte Hobby-Köchin ausprobiert. „Ich halte mich ans Grundrezept und dann schmecke ich nach Erfahrung ab.“ Und schwupp kippt die 78-Jährige noch den selbstgemachten Eierstich in die Puten-Suppe „Försterin“. Seit vielen Jahren gehört sie bereits zum Kochteam: „Zuhause zu sitzen und Däumchen drehen, das liegt mir nicht.“

„Das war lecker!“

Der Erlös der Mittagessen-Aktion geht an die Telefonseelsorge RE, die 2019 ihr 40-jähriges Bestehen feiert. - Mehr als 400 Ehrenamtliche sind 24 Stunden an 365 Tagen im Einsatz in der Zentrale, um Menschen in ihren dunkelsten Stunden Beistand zu leisten. - Telefonseelsorge: Tel. 0800/1110111 oder Tel. 0800/1110222; im Chat o. per E-Mail: www.telefonseelsorge.de. Hier gibt es auch weitere Infos.

Dann wird es plötzlich laut vor der Küchentür. „Ist der Gottesdienst etwa schon beendet?“ Der Blick auf die Uhr verrät: 11.42 Uhr. „Das war aber schnell.“ Ob es vielleicht an dem köstlichen Geruch gelegen haben mag, der durch die Kirche zog, ist nicht bewiesen. Jetzt beeilt sich das Team, um alles bereit zu stellen. Es gibt übrigens einen Satz, der für das Kochteam wohl das größte Kompliment ist: „Das war lecker!“

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