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Der neue Verbundleiter Dirk Knüvener der Pfarrei St. Josef soll für Entlastung sorgen. Dazu gehört auch der intensive Austausch mit den Einrichtungsleiterinnen, wie hier Doreen Peitz vom Kindergarten St. Josef.

Neuer Verbundleiter

Personalplan ist oft „auf Kante“ genäht

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OER-ERKENSCHWICK - Die Aufgaben von Erziehung bis Verwaltung in den Kindergärten wachsen. Personal findet sich aber nicht so leicht. Dirk Knüvener, Verbundleiter der Pfarrei St. Josef, soll für Entlastung sorgen.

Zehn Jahre arbeitete Knüvener als Erzieher im Don-Bosco-Kindergarten in Waltrop, seiner Heimatstadt. „Ab 2013 habe ich berufsbegleitend Soziale Arbeit studiert“, erzählt der 33-jährige verheiratete Vater eines 14 Monate alten Sohnes. Im Sommer 2018 folgt der Wechsel vom Bauteppich an den Schreibtisch. Dass er beide Seiten kennt, hilft ihm bei seiner Arbeit. Knüvener ist das Bindeglied zwischen Kindergartenleitung, Kirchenvorstand und Zentralrendantur und übernimmt Aufgaben in der Verwaltung für die vier Einrichtungen der Pfarrei. Er steht im Austausch mit Einrichtungsleiterinnen, dem leitenden Pfarrer Reinhard Vehring und den Kirchenvorstands-Mitgliedern.

Haushaltsplanung, Sanierungen, Anschaffung von pädagogischem Material oder die Kita-Belegung, das sind seine Aufgabengebiete. Steht eine Baumaßnahme an, holt Knüvener die Angebote von Firmen ein. „So werden die Leiterinnen entlastet. Sie können sich mehr um das Tagesgeschäft kümmern. Im Laufe der Jahre sind viele Aufgaben hinzugekommen. Ich versuche, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Einrichtungen ihre pädagogische Arbeit leisten können“, erklärt Knüvener. Für ihn ist klar: „Ich wurde nicht eingestellt, weil es brannte. Ich habe vollstes Vertrauen in die Kollegen.“

Mehr finanzielle Unterstützung

Seine Arbeit versteht er als Prozess, viel funktioniere gut. Er möchte nicht alles auf den Kopf stellen, sondern unterstützen. Was vor allem beim Thema Personalplanung dringend notwendig ist. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt Alarm – es mangelt landesweit an Erzieherinnen und Erziehern. Erst jüngst führte das dazu, dass in der niedersächsischen Kleinstadt Achim eine städtische Einrichtung für mehrere Monate bereits um 14 Uhr schließen musste, weil schlichtweg das Personal fehlte.

„Auf Kante“ genäht ist der Personalplan in vielen OE Kindergärten, wie eine Blitzumfrage dieser Zeitung aufzeigt. - Leiter Andreas Krebs (DRK Brandenburger Straße) hat ein Team von 18 Kolleginnen und Kollegen, Teilzeitkräfte eingeschlossen. In Urlaubs-oder Krankheitsfällen könne es knapp werden. „Wir müssen aus der Befristungsfalle rauskommen“, sagt Krebs. Viele Fachkräfte sind mit Jahresverträgen ausgestattet, Kindergärten bei der Stellenplanung abhängig vom Buchungsverhalten der Eltern. - Gisela Verstege, Leiterin des Flieder-Kindergartens an der Weidenstraße, bestätigt: „Wenn jemand ausfallen, ist es schwierig, Vertretungen zu bekommen.“ In Absprache mit anderen evangelischen Kindergärten in OE wird dann nach Lösungen gesucht.

So weit ist es in Oer-Erkenschwick aber noch nicht gekommen. „In den katholischen Einrichtungen sind die Stellen nach den Vorgaben der Belegungszahlen besetzt. Wir brauchen aber mehr finanzielle Unterstützung von Land und Kommune, um mehr Fachkräfte einzustellen.“. Halbtagsstellen oder Jahresverträge gehören zum Alltag. Knüvener muss erkennen: „Die Zahl der Bewerbungen auf eine Stelle ist rückläufig.“ Die Kirche als Träger sei zwar noch gut aufgestellt, was Kostenbeteiligung angehe. Doch Inklusion und Integration, Ansprüche auf einen Kitaplatz sind Schlagworte der vergangenen Jahre, die umgesetzt werden müssen. „Wir brauchen ein neues Gesetz für den Personalschlüssel.“

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