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Aktuellster Leerstand ist das „Akkaya-Haus“.

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Noch ein Leerstand in der Innenstadt - die City von Oer-Erkenschwick blutet immer mehr aus

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Und wieder ein leeres Ladenlokal: Die City von Oer-Erkenschwick blutet immer mehr aus. Die Stadt setzt nun große Hoffnungen in ein Entwicklungskonzept.

Bonjour Tristesse: Nun ist auch die Filiale von „Akkaya Warenhandel“ an der unteren Stimbergstraße geschlossen. „Wegen Todesfall“ steht auf einem schlichten Schild geschrieben. Nebenan erinnern nur noch Fragmente an zwei Kneipen: Vom einstigen „Bürgerkrug“ ist fast gar nichts mehr zu erkennen, „Michas Türmchen“ daneben wirkt auch wie ein Mahnmal an bessere Zeiten zwischen Pilsgenuss und Theken-Philosophie. 

Sieben Jahre geschah nichts: Das ehemalige Schlecker-Ladenlokal an der Stimbergstraße/Hovelfeldweg.

Oer-Erkenschwick: Ex-Schlecker seit langem vernagelt

Und daneben, direkt an der Einmündung Hovelfeldweg? Ein architektonisch ansprechendes Gebäude, farblich sogar aufgepeppt. Doch was nutzt das schönste Rot, wenn im Erdgeschoss seit 2012 Bretterverschläge an die Schlecker-Pleite erinnern? Kaum war die Drogeriemarkt-Filiale quasi über Nacht verschwunden, wurde das Erdgeschoss zugenagelt. Sieben magerste Jahre sind nun die Folge, Farbschmierereien inklusive. 

Oer-Erkenschwick: Stillstand bei "Klemm"

Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Das „Alte Gasthaus“ ist Geschichte. In der Allianz-Agentur nebenan wird auch schon darauf hingewiesen, dass die neuen Ansprechpartner in Recklinghausen sitzen. Wer wieder kehrt macht und seine Blicke Richtung roten Platz richtet, der bekommt keine bessere Laune. Am ehemaligen Kaufhaus Klemm ist Stillstand, die Marktstraße ist alles andere als eine Visitenkarte. Immerhin, in Kürze soll das Café „Le Confesserie“ eröffnen. Ein Hoffnungsschimmer. 

Auch die Marktstraße bietet pure Tristesse.

Oer-Erkenschwick: Hoffen auf das ISEK

Mit dem Status quo wird es die Innenstadt in diesem Bereich schwer haben. Dass auch die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung daher große Hoffnungen in das sogenannte ISEK setzen, liegt auf der Hand. Es ist die Abkürzung für den sperrigen Begriff des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts. Aber was bringt das ISEK für diesen Problembereich? Zumindest hat die Bezirksregierung Münster Fördergelder für erste Maßnahmen bewilligt. 513.000 Euro können investiert werden – und ein City-Manager steht hoch oben auf der Prioritätenliste. „Die Ausschreibung steht bevor“, sagt die städtische Wirtschaftsförderin Anke Husmann. Zunächst soll der auserwählte Kandidat drei Jahre tätig sein. Langeweile wird er nicht bekommen, sein Tätigkeitsfeld ist schon ziemlich eindeutig definiert: Vermittlung von Mietern für Ladenlokale gehören dazu, aber vor allem neue Konzepte zur Nutzung sind gefragt. Und nicht zuletzt über einen „Runden Tisch Einzelhandel“ unter Moderation des Innenstadt-Beauftragten wird nachgedacht. 

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