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Übungen für den Unterricht gehören im Offenen Ganztag ebenso dazu wie Kreativangebote. Die Zahlen der angemeldeten Kinder sind in Oer-Erkenschwick ansteigend, ebenso aber auch die Kosten für die Stadt.

Offener Ganztag

Viele Kinder sind beitragsfrei

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OER-ERKENSCHWICK - Der offene Ganztag (OGS) in den Grundschulen wurde 2003 eingeführt und war zunächst ein Sorgenkind. Inzwischen boomt das Angebot. Doch die Medaille hat eine Kehrseite – finanzieller Art.

Auf den ersten Blick liest sich der aktuelle Sachstand zum Ganztagsangebot in der Stadt prima. Die Anmeldezahlen steigen stetig an – so sehr sogar, dass die OGS in manchen Einrichtungen ausgebucht oder gar komplett überbucht ist. Das gilt vor allem für die Albert-Schweitzer-Schule an der Königsberger Straße und die Ewaldschule am Grünen Weg. Durch Aufstockung der Schulgebäude soll dort auch zusätzlicher Platz für das Ganztagsangebot geschaffen werden – finanziert durch das Landesprogramm „Gute Schule 2020“.

Das bereitet der Stadt freilich viel weniger Kopfschmerzen als eine andere Tatsache: Es gibt zwar viele Kinder, aber zu wenige Beitragszahler. Fast 40 Prozent aller 420 OGS-Kinder in Oer-Erkenschwick werden als beitragsfrei eingestuft. Die Gebühren werden nach dem Einkommen der Eltern berechnet. Als beitragsfrei gilt man, wenn das Jahreseinkommen die Summe von 17.500 Euro nicht überschreitet. Die Folge für die Stadt: Ihr Eigenanteil steigt an – und das aus mehreren Gründen. Zum einen wurde die Geschwisterkind-Regelung eingeführt. Diese besagt, dass für Geschwister, die eine Oer-Erkenschwicker Kindertageseinrichtung oder ebenfalls die OGS besuchen, nichts bezahlt werden muss. Verantwortlicher Träger für die Ganztagsbetreuung ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Aktuell bekommt sie von der Stadt 933,57 Euro pro Kind pro Schuljahr. Hinzu kommen Fördermittel des Landes in Höhe von 1024 Euro, die komplett an die AWO weitergereicht werden. Dem Träger stehen somit pro Kind während eines Schuljahres knapp 2000 Euro zur Verfügung, bei Kindern mit Förderbedarf knapp 3000 Euro. Der städtische Anteil von 933,57 Euro kann durch Elternbeiträge refinanziert werden – aktuell mit 451,48 Euro Bleiben also 482,09 Euro an Zuschussbedarf pro Kind und Jahr. Seit dem 1. August 2018 wird den Kommunen nun die Möglichkeit eingeräumt, den Eltern-Höchstbetrag von 170 Euro monatlich auf 185 Euro zu erhöhen.

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