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Dieses Gesteck nahm die Oer-Erkenschwickerin Veronika Czeglarski (27) Allerheiligen für ihren verstorbenen Vater mit auf den Waldfriedhof. Doch das Grab samt der Grabplatte im Wert von etwa 1.250 Euro waren verschwunden.

Schock für Angehörige

Vaters Grab auf dem Waldfriedhof ist weg

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OER-ERKENSCHWICK - Trauertage sind für Angehörige schwer genug. Doch Witwe Melania (54) und Tochter Veronika Czeglarski (27) erleben Allerheiligen ein Drama. Das Grab ihres Verstorbenen ist verschwunden.

Das komplette Feld 35 auf dem Waldfriedhof wurde eingeebnet, Grabstein und Grablampe abgeräumt. „Wir waren schockiert und sehr traurig“, sagt Veronika Czeglarski. Sie hatte die Ruhestätte ihres verstorbenen Vaters Helmut Czeglarski zuletzt im Juni besucht. Ihre Mutter, die sonst jede Woche auf den Friedhof geht, war seit Mai in ihrer Heimat Bulgarien, um dort eine Tante zu pflegen.

„Warum hat uns die Stadt nicht über die Räumung der Gräber informiert?“, fragt Czeglarski am 5. November bei der Friedhofsverwaltung nach. Dabei offenbart sich eine Verkettung von unglücklichen Umständen. Denn die Räumung des Grabfeldes wurde am 25. Mai im Schaukasten am Haupteingang angekündigt. Eine Dreimonatsfrist schreibt die Friedhofssatzung dafür vor. Diesen Aushang hat Veronika Czeglarski allerdings nicht gesehen, weil sie bei Friedhofsbesuchen immer den Nebeneingang benutzt. „Auch einen Aufsteller auf dem Grabfeld mit einem Hinweis auf die Grabräumung ist mir und Bekannten nicht aufgefallen“, sagt die Tochter des Verstorbenen.

Kostenfreie Umbettung

Stadtsprecher Peter Raudszus bedauert den Vorfall außerordentlich: „Wir haben uns aber korrekt verhalten. Nur bei der Räumung von Wahlgräbern werden Angehörige schriftlich darüber informiert. In diesem Falle handelte es sich um ein Reihenurnengrab mit 15 Jahren Liegezeit. Trotzdem bieten wir den Angehörigen eine kostenfreie Umbettung an.“ Der für den Friedhof zuständige Fachdienstleiter Michael Grzeskowiak hatte den Räumungshinweis auf dem Grabfeld 35 bei einer Friedhofsbegehung am 8. Oktober selbst gesehen. Denn eingeebnet wurde die Fläche erst Ende Oktober.

So ganz korrekt ging es bei der Räumung allerdings nicht zu. Die Grablampe hat Veronika Czeglarski nach zweimaliger Nachfrage ausgehändigt bekommen. Der Grabstein wurde allerdings schon bei der Recyclingfirma geschreddert. Dabei haben laut Friedhofsatzung Angehörige drei Monate Zeit, abgeräumte Grabmale und sonstige Anlagen an einem zentralen Platz abzuholen. Grzeskowiak räumt ein: „Das tut uns sehr leid. Ich habe bereits mit den Friedhofsmitarbeitern darüber gesprochen, dass so etwas nicht noch einmal passieren darf. Wir werden auf die Angehörigen zugehen und eine Lösung finden.“

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