Schöffengericht

Eineinhalb Jahre Haft für Kinderpornos

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OER-ERKENSCHWICK - Vor drei Monaten beschlagnahmte die Polizei bei einem Mini-Jobber aus Oer-Erkenschwick einen Computer mit weit mehr als 1.000 Kinderpornodateien. Am Schöffengericht in Recklinghausen kassierte der 48-Jährige dafür jetzt eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung.

Was die Ermittler bei dem allein erziehenden Vater eines elfjährigen Jungen sicherstellen konnten, lässt sich mit Fug und Recht als eine „Sammlung des Schreckens“ bezeichnen. In speziell angelegten Datei-Ordnern auf seinem PC und dazu auf mehreren Speichermedien hatte der Oer-Erkenschwicker rund 150 Filme und mehr als 1.000 Bilder von sexuell gequälten Kindern archiviert. Die meisten Missbrauchsopfer waren nicht einmal zehn Jahren alt. Laut Anklage wurden kleine Mädchen in Serie auf widerwärtige Weise zu Sex-Symbolen abgestempelt, teils mit lackierten Fingernägeln, halterlosen Spitzenstrümpfen und extra gebundenen Kinderzöpfen abgelichtet, während sie von erwachsenen Männern missbraucht wurden.

Der 48-Jährige hatte im Februar im Internet gleich mehrfach seinen digitalen Fingerabdruck hinterlassen. Über die IP-Adresse seines Internetanschlusses ließ sich die Spur später bis nach Oer-Erkenschwick zurück verfolgen. Am fraglichen Tag hatte der Angeklagte früh morgens auf einer Tauschbörse im Internet für knapp 25 Minuten einen fast 40-minütigen Kinderporno-Film eingestellt. Zwischen 7.25 Uhr und acht Uhr wurde die Datei von 17 anderen Tauschbörsen-Mitgliedern angeschaut beziehungsweise herunter geladen. Am 3. Juni überraschten Fahnder der Polizei den Mann mit einer Razzia.

Der Angeklagte hatte im Prozess sofort alles gestanden. Anfangs habe er vor allem Musikdateien getauscht, irgendwann sei er dann aber in die Kinderporno-Szene reingerutscht. Mit dem Urteil entsprachen die Richter exakt dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Als Bewährungsauflage legte das Gericht fest, dass der zuvor noch unbestrafte Angeklagte 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten muss. Außerdem soll er sich einer Therapie zur Bekämpfung seiner pädophilen Neigungen stellen. Besonders schockiert waren die Richter, dass der 48-Jährige als Vater eines nahezu gleichaltrigen Jungen, die Produktion von Missbrauchsfilmen gefördert habe. „Leute wie Sie tragen dazu bei, dass kleine Kinderseelen in dunklen Hinterzimmern missbraucht und gequält werden“, hieß es im Urteil.

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