Schüler-Projekt

Mahnmal erinnert an Zwangsarbeiter

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OER-ERKENSCHWICK - Auch in der Stimbergstadt sind während des Zweiten Weltkriegs gefangene Soldaten als Zwangsarbeiter eingesetzt worden und haben unvorstellbares Leid erfahren. Mit deren Geschichte haben sich Projektschüler des Willy-Brandt-Gymnasiums und der Christoph-Stöver-Realschule beschäftigt und sie aufgearbeitet. Bald soll auch ein Mahnmal an diesen dunklen Punkt in der Geschichte der Stadt Oer-Erkenschwick erinnern.

„Wir haben eine Firma beauftragt, uns für ein solches Mahnmal einen Vorschlag zu machen“, erklärt Stadtsprecher Peter Raudszus. Er arbeitet in einem Arbeitskreis mit Vertretern der beiden Schulen und Stadtarchivarin Bettina Lehnert mit. „Das Mahnmal soll am Beginn des Radwanderweges Alte Zechenbahn an der Feuerwehr-Kreuzung stehen“, erklärt Raudszus weiter.

Denn dort in der Nähe, im Lager „Stalingrad“, das damals auf dem Gelände des heutigen Baubetriebshofes und der Feuerwache existierte, waren bis zu 600 russische Kriegsgefangene interniert. Arbeiten mussten sie im heimischen Bergwerk vorwiegend unter Tage und durften das Lager ansonsten nicht verlassen. Die fünf Steinbauten von „Stalingrad“ wurden unter anderem von einem Wachturm aus bewacht. Darüber hinaus gab es noch weitere Lager im Ortsteil Rapen.

Die Mädchen und Jungen beider Schulen haben ihre historischen Nachforschungsergebnisse in Kooperation mit Bettina Lehnert unter anderem in einer Ausstellung zusammengefasst, die bereits im Rathaus zu sehen war. Zudem arbeiten die Schüler an einem Modell des Lagers Stalingrad. „Wir wollen zudem das wie auch immer gestaltete Mahnmal mit einem QR-Code versehen, über den Smartphone-Nutzer dann sofort alle Informationen zur Zwangsarbeitergeschichte abrufen können“, erklärt Raudszus. In Kürze soll auch die Kommunalpolitik über den Stand der Nachforschungen und die geplante Form des Gedenkens informiert werden.

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